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Wiener Konzerthaus zieht Konsequenzen Benefizkonzert mit Currentzis abgesagt

Eigentlich hätten im Konzerthaus heute Spenden gesammelt werden sollen für die Menschen in der Ukraine. Doch der Auftritt des musicAeterna-Orchesters unter dem griechisch-russischen Stardirigenten Teodor Currentzis war von vornherein umstritten. Jetzt hat das Wiener Konzerthaus Konsequenzen gezogen.

Dirigent Teodor Currentzis bei einer Probe. | Bildquelle: picture alliance / BARBARA GINDL / APA / picturedesk.com | BARBARA GINDL

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Mit der Absage respektiert das Wiener Konzerthaus den Wunsch des ukrainischen Botschafters in Österreich. Der hatte darum gebeten, bei Benefizkonzerten zugunsten der Ukraine keine russischen Künstlerinnen und Künstler zu involvieren.

Keine Konzerte mit Currentzis in der laufenden Saison

Das Orchester musicAeterna hat seinen Sitz in St. Petersburg und wird von der russischen VTB-Bank finanziert. Gegen sie hat der Westen Sanktionen verhängt. Entsprechend war der Benefiz-Auftritt von vornherein umstritten: Ein Kooperationspartner hatte sich im Vorfeld zurückgezogen. Eigentlich hätte laut Konzerthaus gezeigt werden sollen, dass Musik über Grenzen hinweg eine wichtige verbindende Rolle spielen kann. Nach der Kritik hat der Vorstand nun allerdings beschlossen, erstmal keine Karten mehr für Konzerte von musicAeterna zu verkaufen. Und zwar solange bis eine unabhängige Finanzierung des Orchesters gesichert ist

Currentzis und musicAeterna reagieren mit Betroffenheit

Das Wiener Konzerthaus dürfe die politische Dimension des Auftritts eines in St. Petersburg beheimateten Orchesters in der Zeit des durch den Angriffskrieg der Russischen Föderation gegen die Ukraine verursachten unermesslichen Leids nicht ignorieren, so der Intendant des Wiener Konzerthauses, Matthias Naske, in einer am Montag (11.04.2022) veröffentlichten Stellungnahme. Und weiter: "Wir verstehen und teilen die Verzweiflung über die Kriegsverbrechen in der Ukraine und verurteilen diese Aggression ohne Einschränkung."

Das Benefizkonzert sollte der Abschluss sein für ein dreitägiges Gastspiel von Teodor Currentzis in Wien. Auf die Absage hätten er und das Orchester mit Betroffenheit reagiert, hieß es außerdem vom Konzerthaus. Bis Ende letzter Woche waren mit dem Kartenverkauf für das Benefizkonzert bereits 50.000 Euro zusammengekommen.

Der Artikel wurde mit Material der dpa erstellt.

Sendung: Leporello, 12. April 2022 um 16.05 Uhr auf BR-KLASSIK

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Donnerstag, 14.April, 18:58 Uhr

Dr. Michael Strobel

Currentzis

Was bei Gergiev recht ist, kann bei Currentzis nur billig sein: schlimm genug, dass der SWR sich dumm stellt und Herrn Currentzis einfach weiterwursteln lässt. Ein von öffentlichen Geldern bezahlter Sender hat eine besondere Verantwortung. Davon haben die Verantwortlichen in Stuttgart im Gegensatz zum Wiener Konzerthaus noch nichts gehört.

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