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Musik in katholischen Kirchen Einigung mit der GEMA erzielt

Die Vergütungsgesellschaft GEMA und die katholische Kirche konnten sich in Sachen Aufführungsrechte offenbar einigen: Beide Parteien legten ihren Streit um eine neue Regelung für musikalische Aufführung außerhalb von Gottesdiensten bei. Nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz müssen Kirchengemeinden die GEMA-Vergütungen nun nicht mehr selbst zahlen.

Regensburger Domspatzen | Bildquelle: picture-alliance/dpa

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Bisher gab es zwei Pauschalverträge zwischen der Katholischen Kirche und der GEMA, die die Urhebervergütung von Musikaufführungen regeln: einmal die Pauschale für die Verwendung von Musik im Rahmen eines Gottesdienstes, außerdem einen Pauschalvertrag für musikalische Veranstaltungen außerhalb des Gottesdienstes, der bisher für alle katholischen Gemeinden vergünstigte Gebühren garantierte; diesen hatte die GEMA zum 1. Januar 2018 gekündigt. Ein überarbeitetes Vertragsangebot sah vor, 75 statt bisher 45 Euro pro Jahr und Kirchengemeinde zu erheben. Diese Summe hielt der Verband der Diözesen Deutschlands aber für unangemessen. Somit sollte zukünftig jede katholische Kirchengemeinde bei Konzerten, aber auch bei anderen öffentlichen Veranstaltungen wie Pfarrfesten oder Jugend-Disco, die GEMA-Gebühren aus eigener Kasse bezahlen.

Nicht aus eigener Tasche

Man habe sich nun darauf geeinigt, dass die Kirchengemeinden die GEMA-Vergütungen für die musikalischen Aufführungen doch nicht selbst bezahlen müssen. Dieser neu ausgehandelte Vertrag hat nun eine Laufzeit von fünf Jahren. Das gebe den katholischen Einrichtungen langfristig Planungs- und Rechtssicherheit, so die Bischofskonferenz. Die Aufführung sogenannter Ernster Musik oder Gospelkonzerte unterliegen zukünftig lediglich einer Meldepflicht. Konzerte und Veranstaltungen, bei denen Unterhaltungsmusik aufgeführt wird, sind von dieser Regelung aber nicht betroffen, diese müssen auch in Zukunft gemeldet und bezahlt werden.

Wir freuen uns, dass es gelungen ist, mit der GEMA wieder eine vertragliche Regelung zu erreichen.
Pater Hans Langendörfer, Geschäftsführer des Verbands der Diözesen Deutschlands

Greifen soll der angepasste Vertrag rückwirkend zum 1. Januar 2018. Sollten einer Gemeinde in dieser Übergangszeit bereits Kosten entstanden sein, werden diese von der GEMA erstattet.

Sendung: "Leporello" am 5. Juni 2018, 16.05 Uhr auf BR-KLASSIK

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