BR-KLASSIK

Inhalt

Die Lange Nacht der Clavier-Musik - zum Anhören 60 Jahre Musica Antiqua

Sechs Jahrzehnte lang verfolgte sie die jeweils aktuellen Trends der Alte-Musik-Bewegung: die Konzertreihe "Musica Antiqua" in Nürnberg. Zum Jubiläum gab es vier Konzerte mit vier renommierten Pianisten an einem Abend. Die "Lange Nacht der Clavier-Musik" gibt es hier komplett zum Anhören.

Mädchen am Cembalo Ende 18. Jahrhundert | Bildquelle: © Costa/Leemage

Bildquelle: © Costa/Leemage

"Meisterwerke des Barock" kündigte die kleine Zeitungsnotiz vor 60 Jahren an, "Musica antiqua" von Bach, Telemann und Fasch für Oboe und Generalbass. Auf den ersten Blick ziemlich unspektakulär - aber der Auftritt von Helmut Winschermann und Albert Hennige am 16. November 1956 in der Kartäuserkirche wurde zur Geburtsstunde der Konzertreihe "Musica Antiqua".

Kooperation zwischen Germanischem Nationalmuseum und Bayerischem Rundfunk

Von Anfang an war es eine Kooperation zwischen dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg und dem Bayerischen Rundfunk, Studio Franken. Die Initiatoren, Ludwig Grote (GNM) und Willy Spilling (BR), haben wahrscheinlich selbst nicht gewusst, wie visionär sie waren. Sie konnten nichts ahnen vom heutigen Boom der Historischen Aufführungspraxis, von der Popularität der Musik zwischen Machaut und Mozart, von der Erfolgsgeschichte der "Musica Antiqua".

Sechs Jahrzehnte lang verfolgte die Reihe die jeweils aktuellen Trends der Alte-Musik-Bewegung. Eingeladen ins Germanische Nationalmuseum wurden Pioniere und Stars der Originalklangszene wie Nikolaus Harnoncourt oder Trevor Pinnock, Reinhard Goebel oder Andreas Scholl, Christina Pluhar oder Andreas Staier. Und übertragen wurden die Konzerte aus der Kartäuserkirche und später aus dem Aufseß-Saal in alle Welt.

Lange Clavier-Nacht          

Zum Jubiläum von Musica Antiqua gab es am 25. März 2017 eine "Lange Nacht der Clavier-Musik" - Clavier mit "C" als Sammelbegriff für alle historischen Tasteninstrumente - live übertragen im Radio und per Video-Livestream auf br-klassik.de. Vier Konzerte zwischen 18.30 Uhr und Mitternacht.

Klaviatur | Bildquelle: BR

Bildquelle: BR

Video: Im Reich der Tasten

Zwischen Cembalo und Hammerflügel

Im Zentrum der Jubiläumsnacht stehen die Instrumente, die über so viele Jahre hinweg das ganz Besondere der "Musica Antiqua"-Reihe ausgemacht haben: kostbare originale Cembali und Hammerklaviere aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert. Fast alle stammen aus der einzigartigen Instrumentensammlung des Museums. Präsentiert werden sie von vier renommierten Interpreten in vier Konzerten. Motto: die Kunst der Variation.

Vier Konzerte, vier Claviere - und der Brückenschlag zur Gegenwart

Den Anfang macht der niederländische Cembalist Bob van Asperen. Er spielt auf einem originalen Cembalo aus dem 17. Jahrhundert u.a. Variationen von Sweelinck, Byrd, Frescobaldi. Danach widmet sich Ragna Schirmer auf einem Hammerklavier des 18. Jahrhunderts einem der bedeutendsten Clavierwerke der Barockmusik: den Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach. Christine Schornsheim interpretiert auf einem Flügel der Frühromantik Variationen von Beethoven und seinen Zeitgenossen über berühmte Arien und Lieder. Schließlich schlägt dann der Pianist Kai Schumacher auf einem modernen Konzertflügel die Brücke zur Gegenwart: mit dem gewaltigen Variationszyklus "The People United Will Never Be Defeated" von Frederic Rzewski über ein südamerikanisches Revolutionslied.

Konzert-Info

Samstag, 25. März 2017, 18.30-24.00 Uhr
Germanisches Nationalmuseum Nürnberg

60 JAHRE MUSICA ANTIQUA
LANGE NACHT DER CLAVIER-MUSIK
DIE KUNST DER VARIATION

18.30 Uhr - Aufseß-Saal
Bob van Asperen, Cembalo
Ciaconas, Differencias, Folias

19.45 Uhr - Aufseß-Saal
Ragna Schirmer, Hammerflügel
Zur Aufheiterung in schlaflosen Nächten: Bachs Goldberg-Variationen

21.30 Uhr - Aufseß-Saal
Christine Schornsheim, Hammerflügel
Au claire de la lune - Variationen über berühmte Lieder und Arien der Beethoven-Zeit.

22.30 Uhr - Café Arte
Kai Schumacher, Klavier
Variation und Revolution: Frederic Rzewski

Live-Übertragung auf BR-Klassik/Hörfunk und im Video-Livestream auf br-klassik.de

    AV-Player