BR-KLASSIK

Inhalt

Kommentar: Anna Netrebko veröffentlicht Kochbuch Lasst sie doch!

Sie ist die schillernde Figur der Opernwelt - die russische Sopranistin Anna Netrebko. Und eingefleischte Fans wissen es: Sie liebt Essen! Auf ihrem Instagram-Kanal lässt sie uns nicht nur regelmäßig an ihrem speziellen Mode-Geschmack teilhaben, sondern auch an ihren zahlreichen kulinarischen Ausflügen. Auch sie selbst steht gerne am Herd und bekocht ihre Lieben. Da ist die Veröffentlichung ihres ersten Kochbuchs nur konsequent. Vielversprechender Titel: "Der Geschmack meines Lebens".

Anna Netrebko mit Kochbuch | Bildquelle: Martin Krachler

Bildquelle: Martin Krachler

Zugabe

"Jetzt kocht sie auch noch!" - Anna Netrebkos neues Rezeptebuch

"Jetzt kocht sie auch noch!" Das werden manche von Ihnen gedacht haben, als Sie davon erfahren haben, dass die große Opern-Diva unserer Zeit, Anna Netrebko, gerade ein Kochbuch herausgebracht hat - mit dem Titel "Der Geschmack meines Lebens". Klingt pompös - und ist es auch ein bisschen: Denn Anna tischt wirklich ordentlich auf in ihrem öffentlichen Debüt als Küchenfee.

Zeitgemäße Botschaft: Kunst ohne Leid

Reich bebildert erzählt sie ihren Werdegang als Sängerin und verknüpft ihn mit ihren Lieblings-Speisen: vom Energie-Smoothie "The Bomba" über den klassisch-russischen "Borschtsch" bis hin zu "Tagliatelle mit Kaninchen" bietet sie ein buntes, internationales Potpourri der Kulinarik. Nur die Desserts kommen etwas zu kurz, die mag die bekennende Tomaten-Liebhaberin nicht so.

Die zentrale Aussage in diesem Buch steht aber nicht in einem ihrer Rezepte, sondern im Vorwort: "Ich liebe es, Menschen zu bekochen. Manche sagen: Um etwas künstlerisch Wesentliches zu schaffen, muss man leiden. Aber ich will nicht leiden, ich will glücklich sein!" Und ja: Auch wenn Netrebkos Buch nur ein weiteres Merchandise-Produkt rund um die Diva ist – diese Aussage nehme ich ihr einfach ab! Und finde sie absolut zeitgemäß.

Ich liebe es, Menschen zu bekochen.
Anna Netrebko

Die große Mär, dass nur leidende Künstlerinnen und Künstler Großes zustande bringen – das ist doch wirklich ein Narrativ von vorgestern, nur damit man dieselben nicht anständig entlohnen muss. "Aus dem Leide schöpft die Kunst die erhabensten Eingebungen", sagte angeblich einmal der italienische Renaissance-Maler Michelangelo. Aber so richtig kann ich mir nicht vorstellen, dass er sich beim Malen seiner gigantischen Fresken nur von trocken Brot ernährt hat.

Anna Netrebko hat sicher auch schon andere Zeiten erlebt: Als Kind der langsam zerfallenden Sowjetunion kennt sie Lebensmittelknappheit und das Schlangestehen vor den Läden. Und auch die Zeit ihrer Ausbildung und ihrer ersten Schritte als Profisängerin war sicher nicht immer leicht – viele Entbehrungen inklusive.

Bei Anna zuhause: Kochen bis in die Puppen

Heute schöpft Anna ihre Energie offensichtlich aus abwechslungsreichem, oft selbstgekochtem Essen, das sie zusammen mit Haushälterin Mariiya in ihrer Wiener Wohnung zubereitet. Davor geht sie einkaufen, am liebsten auf einem Markt. Und wenn Anna dann nach einer erfolgreichen Vorstellung an der Staatsoper ihre Freunde und Familie bis in die frühen Morgenstunden bekocht, dann würde ich ja schon gerne einmal Mäuschen spielen. Und natürlich am liebsten mal probieren!

Sendung: "Allegro" am 29. Oktober 2021 ab 06.05 Uhr auf BR-KLASSIK

Kommentare (0)

Kommentieren ist nicht mehr möglich.
Zu diesem Inhalt gibt es noch keine Kommentare.

    AV-Player