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Neue Musik - das "aDevantgarde"-Festival in München Mut zum Happening

Raus aus den Konzertsälen, hinein in den öffentlichen Raum: Das bis Sonntag laufende Münchner Festival "aDevantgarde" möchte Neue Musik direkt zu den Menschen bringen. Unter anderem mit dem am Donnerstag startenden Happening "Occupy" vor dem Gasteig, bei dem über drei Tage hindurch Installationen und Performances zu erleben sind.

Eine Tollerey - 1917/2017 / Moritz Eggert  beim aDevantgarde music festival | Bildquelle: © Christian Hartlmaie

Bildquelle: © Christian Hartlmaie

Das Motto des "aDevantgarde"-Festivals 2017 lautet "coraggio", zu deutsch "Mut". In diesem Jahr bedeutet das unter anderem, konventionelle Konzertsäle zu verlassen und experimentelle Projekte mit Neuer Musik in den öffentlichen Raum zu verlagern.

Happening vor dem Gasteig

So findet heuer von 25. - 27. Mai ein künstlerisches Happening namens "Occupy" statt. Drei Tage "campieren" Musiker und Komponisten von 10.00 bis 23.00 Uhr im Celibidacheforum vor dem Münchner Gasteig und präsentieren sich mit Musikinstallationen, Performances und Konzerten. Die Idee zu diesem Projekt stammt von den beiden künstlerischen Leitern des Festivals, Samuel Penderbayne und Alexander Strauch.

Wir wollten unbedingt eine Straßenperformance machen, weil ich finde, dass das in München fehlt.
Samuel Penderbayne, Komponist

Jeder kann mitmachen

aDevantgarde music festival - Choreografin Sarah Lene Brieger und Sema Schäffer (letztere: Mitglied von abArt-performance e.V.)  | Bildquelle: © Boris Widiger Die Choreografin Sara-Lena Brieger zeigt bei "Occupy" eine Musik- und Tanzperformance mit körperlich behinderten Menschen. | Bildquelle: © Boris Widiger Eine Straßenperformance sei ein schöner Beitrag zum kulturellen Leben in einer Stadt, etwas sehr Spontanes und Menschliches, meint Penderbayne, sie spiele sich "in einem Raum ab, wo jeder sein kann wie er will." Auch Interaktionen mit dem Publikum, mit den Passanten auf dem Platz, seien geplant: "Jeder kann mitmachen, jeweils zwischen 13.00 Uhr und 18.00 Uhr gibt es dazu die Möglichkeit."

Im klassischen Konzertbetrieb gäbe es viele Regeln, etwa dass man nur zu bestimmten Zeiten klatschen solle, so Penderbayne. "Daher haben wir den Titel 'Occupy' gewählt. Wir möchten zusammen mit Freunden und jedermann auf der Straße musizieren können. Wir laden jeden ein zu kommen, und jeder kann sich benehmen, wie er möchte."

Uraufführung mit über 100 Chorsängern

Ebenfalls in der Stadt findet die Aktion "Quodlibet" statt: Dabei ziehen Münchner Laienchöre - vom Männerchor über einen Gospelchor bis zum Dreigesang - von verschiedenen Plätzen aus singend durch die Stadt. Treffpunkt ist dann auch hier das Celibidacheforum vor dem Münchner Gasteig, wo alle Chöre gemeinsam Alexander Strauchs Komposition "Dichtermut" nach einem Text von Friedrich Hölderlin uraufführen werden.

Das Festival "aDevantgarde"- eine Initiative von Wilhelm Killmayer

Das "aDevantgarde"-Festival wurde 1991 auf Initiative des ehemaligen Münchner Kompositionsprofessors Wilhelm Killmayer von dessen Studenten gegründet. Seitdem findet das "aDevantgarde"-Festival alle zwei Jahre in München statt. Viele der teilnehmenden Komponisten haben an der Münchner Musikhochschule studiert. Das Festival wird von den Komponisten selbst kuratiert.

Die 14. Ausgabe des aDevantgarde-Festivals findet von 23. - 28. Mai 2017 in München statt.

Occupy - Ein künstlerisches Happening

25./26./27. Mai 2017 je 10 Uhr – 22 Uhr, Celibidacheforum, vor dem Gasteig/Glashalle

Quodlibet

25./26./27. Mai 2017 je ca. 19 Uhr , Celibidacheforum, vor dem Gasteig/Glashalle

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