BR-KLASSIK

Inhalt

Arena di Verona Betrogene Opernfans standen ohne Tickets da

Ein Münchner Geschäftsmann betrieb mehrere Websites, über die er Tickets für die Opernaufführungen in der Arena di Verona verkaufte. Nur - hunderte Käufer erhielten die bestellten Karten nie. Obwohl ihm bereits von italienischen Gerichten der Betrieb seiner Websites untersagt worden war, setzte Rainer K. seine Geschäfte fort und prellte Kunden um zum Teil dreistellige Beträge. Jetzt wird sich der Geschäftsmann wegen Betrugs vor dem Amtsgericht München verantworten müssen.

Oper in Verona / Arena di Verona Innenansicht | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Bildquelle: picture-alliance/dpa

Die Websites hießen arena-verona.de, arena-verona.at, arena-verona.ch und arena-verona.com - hier konnte man Tickets bestellen für die Opernaufführungen im berühmten Amphitheater von Verona. Mittlerweile sind die Adressen zum Teil nicht mehr erreichbar, auf der deutschen Seite findet sich ein neuer Betreiber im Impressum - Karten zu bestellen ist über die Seiten auf jeden Fall nicht mehr möglich. Doch viele Kunden fielen in den vergangenen Jahren auf die vermeintlich seriösen Seiten herein - die Karten, die sie im Internet bestellten, erhielten sie jedoch nicht. 113 solcher Fälle sollen nun vor dem Amtsgericht München verhandelt werden, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Dem Website-Betreiber - einem Münchner Geschäftsmann - droht eine mehrjährige Haftstrafe. Mehrere Monate saß er bereits in Untersuchungshaft.

In Verona schon seit langem bekannt

Der Geschäftsmann genießt bereits seit Jahren einen zweifelhaften Ruf in Verona. Seit 1999 verkaufe der örtliche Veranstalter, die Fondazione Arena di Verona, keine Tickets mehr an ihn, so bekräftigt Arena-Marketingchef Corrado Ferraro immer wieder in Interviews. 2009 folgte eine erste Klage - wegen unlauteren Wettbewerbs. Schon zu diesem Zeitpunkt wurde dem Internet-Händler untersagt, die Begriffe "Arena" und "Verona" zu verwenden, auch sollte er 180.000 Euro Schadenersatz zahlen. Der Unternehmer betrieb aber sein Geschäft einfach weiter.

Ungültige Reservierungen als Masche

Das ZDF berichtete bereits im April über den Fall einer Bremer Ärztin, die vor Ort in Verona feststellen musste, dass ihre vermeintliche Reservierungsbestätigung wertlos war. Verbraucherschützer empfehlen, beim Ticketkauf darauf zu achten, einen Anbieter auszuwählen, der auch tatsächlich Karten aushändigt - statt einer eventuell ungültigen Reservierung. Auch können negative Bewertungen eines Anbieters im Internet Hinweise auf betrügerische Angebote liefern.

BR-KLASSIK arbeitete im Rahmen einer Verlosung 2008 einmalig mit dem Online-Kartenhändler zusammen - die Gewinner konnten allerdings tatsächlich eine Opernaufführung in Italien besuchen.

    AV-Player