BR-KLASSIK

Inhalt

Bachwoche Ansbach 2021 startet Mekka für Bach-Fans

Alle zwei Jahre im Sommer wird Ansbach zum Mekka für Bach-Fans. Vom 30. Juli bis 8. August kommen Musikerinnen und Musiker von Weltrang in die mittelfränkische Residenzstadt, um die Musik des Thomaskantors zu zelebrieren.

Bachwoche Ansbach, Fahnen | Bildquelle: Bachwoche Ansbach

Bildquelle: Bachwoche Ansbach

"Man kann kaum besser als Bach komponieren", findet Gidon Kremer. Ende Juli 1975 spielte der junge Virtuose, der fünf Jahre zuvor den Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau gewonnen hatte, zum ersten Mal in Westdeutschland – bei der Bachwoche Ansbach. "Hexerei mit dem Bogen", schrieb die Presse über den Auftritt. Mehr als vierzig Jahre später kehrt Gidon Kremer nach Ansbach zurück, als Leiter und Mentor des Kammerorchesters "Kremerata Baltica".

Oder besser gesagt: "Kremerata Lettonica". Aufgrund der Corona-Lage konnten lange Zeit nur die Mitglieder aus Lettland zusammen proben und reisen nun gemeinsam nach Ansbach: deshalb vorübergehend die Namensänderung in "Kremerata Lettonica". Eine schmerzhafte Einschränkung in der musikalischen Entfaltung der jungen Musikerinnen und Musiker aus dem Baltikum, die einmal mehr ins Bewusstsein rückt, wie wichtig länderübergreifende Zusammenarbeit gerade im Kulturbereich sein kann. Umso wichtiger ein Zeichen für die Musik zu setzen – die Kremerata Lettonica trotzt den Umständen und BR-KLASSIK Franken überträgt das Konzert am 6. August live im Hörfunk, im Fernsehen auf ARD-alpha und per Videostream.

Man kann kaum besser als Bach komponieren.
Gidon Kremer

RIESIGE BANDBREITE

Gidon Kremer ist keineswegs der einzige hochkarätige Gast, der in diesem Jahr bei der Bachwoche Ansbach zu erleben ist: der gefeierte Pianist Francesco Piemontesi spielt die Goldberg-Variationen, Weltklasse-Schlagzeuger Simone Rubino und das Ensemble La Chimera konfrontieren Bach in eigenen Arrangements mit den Hommagen des brasilianischen Komponisten Heitor Villa-Lobos. Allein in diesen beiden Abenden entfaltet sich die ganze Bandbreite des Festivals. Intendant Andreas Bomba spricht von den zwei Säulen des Programms: "Bach pur" für die Fans reinen Barockvergnügens und "Bach plus" für diejenigen, die den Thomaskantor in ungewöhnlichen Kontexten und vor dem Horizont unserer Gegenwart kennenlernen möchten.

BACH UND MEHR

Kit Armstrong hebt eine Eigenkomposition aus der Taufe bei seinem Kammerkonzert mit Franziska Hölscher, Viola Wilmsen und Ursina Maria Braun. "Bach pur" gibt es etwa im Eröffnungskonzert mit dem La Cetra Barockorchester Basel unter der Leitung von Andrea Marcon, das alle vier Orchestersuiten interpretiert, oder in den Kantaten-Konzerten mit der Gaechinger Cantorey sowie mit der tschechischen Sopranistin Hana Blažíková und dem Collegium 1704.

Außerdem gibt es Konzerte mit Yulianna Avdeeva, Avi Avital, Hille Perl, Maurice Steger, Arabella Steinbacher, Christian Schmitt, Olivier Latry, dem Dresdner Kammerchor, dem Johann Rosenmüller Ensemble und dem Windsbacher Knabenchor – eine gewaltige Spanne an Sichtweisen zu Bach, wie man sie sonst nur selten innerhalb einer Woche erleben kann.

DIE BACHWOCHE ANSBACH

Das renommierte Musikfest wurde 1947 von Bach-Enthusiasten gegründet, die auf der Suche nach vom Krieg weitgehend unversehrten Spielorten waren. Nach einem Jahr im Schloss Pommersfelden entschieden sich die Organisatoren für Ansbach wegen der guten Erreichbarkeit von Nürnberg aus. Von der ersten Stunde an prägten hervorragende Interpreten wie Ferdinand Leitner, Ludwig Hölscher und Karl Höller das neue Festival. 1954 übernahm Karl Richter die Leitung, trat dort auch mit dem Münchener Bach-Chor auf und holte bedeutende Solisten wie Peter Pears, Fritz Wunderlich und Dietrich Fischer-Dieskau nach Ansbach. Seit 2006 ist Andreas Bomba Intendant der Bachwoche.

Viele weitere Informationen sowie alle Konzerttermine gibt's auf der Website der Bachwoche Ansbach.

Sendung: "Leporello" am 30. Juli 2021 ab 16.05 auf BR-KLASSIK

Die Bachwoche auf BR-KLASSIK

    AV-Player