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Nachfolge an der Bayerischen Staatsoper Machen Dorny und Jurowski das Rennen?

Die Hinweise darauf, dass ab 2021 Serge Dorny neuer Intendant und Vladimir Jurowski Generalmusikdirektor an der Bayerischen Staatsoper werden könnten, verdichten sich. Die finale Entscheidung über die Personalie liegt allerdings bei der Bayerischen Staatsregierung - und wird wohl erst nächstes Jahr gefällt.

Bayerische Staatsoper am Max-Joseph-Platz | Bildquelle: colourbox.com

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Im Gespräch mit Bernhard Neuhoff

Dorny und Jurowsky - heiße Kandidaten für die Nachfolge an der Staatsoper

Wie am Donnerstag, 30. November 2017, der Münchner Merkur und die Abendzeitung berichten, scheint sich die Suche nach den Nachfolgern für die Spitzenpositionen an der Bayerischen Staatsoper zu konkretisieren. Der Belgier Serge Dorny und der Russe Vladimir Jurowski sind die heißen Kandidaten für die Nachfolge von Intendant Nikolaus Bachler und Generalmusikdirektor Kirill Petrenko, die beide das Haus 2021 verlassen.

Noch keine Verträge unterschrieben

Gegenüber der Abendzeitung bestätigte Toni Schmid, ehemaliger Minsterialdirigent und derzeit Berater des Bayerischen Kultusministeriums, dass mit Dorny und Jurowski ernsthaft verhandelt werde. Es gebe noch diverse Formalien zu erledigen. Mit der Bekanntgabe der Entscheidung, die dann das Kabinett zu fällen hat, könne kaum vor Anfang 2018 gerechnet werden.

Serge Dorny - Garant für Veränderung

Serge Dorny | Bildquelle: picture-alliance/dpa Bildquelle: picture-alliance/dpa Der gebürtige Belgier Serge Dorny, Jahrgang 1962, führt seit 2003 die Opéra de Lyon. Von Gerard Mortier, für den er an der Brüsseler Oper in den 1980er-Jahren als Dramaturg arbeitete, habe er - laut eigener Aussage - die Besessenheit für Musik übernommen. 1987 wurde er künstlerischer Leiter des Flandern-Festivals, 1996 Generaldirektor und künstlerischer Leiter des London Philharmonic Orchestra. Dorny gilt als Typ "moderner Kulturmanager", der sich nicht scheut, alte Strukturen aufzubrechen und unkonventionelle Programme anzuschieben.

Das Opern-Publikum in Lyon hat er radikal verjüngt: Laut Umfragen sind 52 Prozent des Publikums unter 45 Jahre alt. Ein Wechsel an die Dresdner Staatsoper 2013 kam letztlich nicht zustande. Einen Prozess wegen "einseitiger Lösung des Vertrags" konnte Dorny gewinnen. Danach kehrte er nach Lyon zurück. 2017 wurde das Haus zum "Opernhaus des Jahres" gekürt.

Wenn Dirigent und Intendant miteinander gut können: Das ist der Schlüssel.
BR-KLASSIK-Redakteur Bernhard Neuhoff 

Es reicht nicht, dass man zwei gute Leute hat, man braucht zwei gute Leute, die zueinander passen. Dorny und Jurowski kennen sich aus Glyndebourne, wo Jurowsky künstlerischer Leiter war und Dorny Intendant des London Philharmonic Orchestra. Man kann hoffen, dass schon jetzt an der guten Chemie gearbeitet wird, so Bernhard Neuhoff weiter.

Vladimir Jurowski - auf dem Sprung zur großen Karriere

Vladimir Jurowski dirigiert | Bildquelle: Drew Kelley Bildquelle: Drew Kelley Vladimir Jurowski wurde 1972 in Moskau geboren. Seine musikalische Ausbildung begann er zunächst am Konservatorium seiner Heimatstadt, später studierte er dann in Berlin und Dresden. Sein internationales Debüt gab er 1995 beim Wexford Fextival, bereits ein Jahr später stand er in Convent Garden am Pult. Dem schlossen sich Engagements an weltweit renommierten Häusern wie der New Yorker Metropolitan Opera, der Mailänder Scala, der Opéra National de Paris, der Dresdener Semperoper und der Komischen Oper Berlin an. Von 2001 bis 2013 übernahm Vladimir Jurowski die musikalische Leitung des Glyndebourne Festivals, seit 2007 steht er als Chefdirigent am Pult des London Philharmonic Orchestra. Des Weiteren ist er "Principal Artist" beim Orchestra of the Age of Enlightenment und Künstlerischer Leiter des Staatlichen Akademischen Symphonieorchesters Russlands. In der Saison 2015/2016 war Jurowski an der Bayerischen Staatsoper zu Gast. Seit Beginn der laufenden Spielzeit ist Jurowksi Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin.

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