BR-KLASSIK

Inhalt

Finanzielle Verluste wegen Corona Den Bayreuther Festspielen fehlen 15 Millionen

Am 25. Juli hätten traditionell eigentlich die Bayreuther Festspiele starten sollen. Corona hat jedoch eine Absage erzwungen: Ein Problem, denn die Wagnerfestspiele erwirtschaften einen großen Teil ihres Budgets durch Kartenverkäufe. Holger von Berg, der Geschäftsführer der Festspiele, hat nun erstmals Zahlen vorgelegt. Die Verluste sind dramatisch.

Blick auf das Festspielhaus in Bayreuth | Bildquelle: dpa-Bildfunk/Daniel Karmann

Bildquelle: dpa-Bildfunk/Daniel Karmann

Für dieses Jahr wird der Etat noch reichen, das versicherte Holger von Berg, der Geschäftsführer der Bayreuther Festspiele gegenüber der dpa: "Aber keiner weiß, was 2021 sein wird. Können wir die Festspiele durchführen?"

Millionenverluste

Rhetorisch ist diese Frage nicht gemeint. Viele Unwägbarkeiten stehen noch im Raum. Wie viele Zuschauer dürfen nächstes Jahr kommen? Wie viel Geld fließt also in die Festspielkasse? Immerhin 65 Prozent macht der Kartenverkauf alljährlich für das Budget der Wagnerfestspiele aus. Der finanzielle Verlust durch die coronabedingte Absage allein in diesem Jahr geht in den zweistelligen Millionenbereich.

Um die 15 Millionen Euro fehlen.
Holger von Berg, Geschäftsführer der Bayreuther Festspiele

Jetzt sind die Partner der Festspiele gefragt

Aus Sicht von Holger von Berg kommt auf die Gesellschafter – die Bundesrepublik, den Freistaat Bayern, die Stadt Bayreuth und die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth – bei der Planung der künftiges Festspiele daher ein größeres Risiko zu. Nicht nur aufgrund der Möglichkeit einer erneuten Absage – auch die Kosten werden steigen: "Die Gesellschafter, die derzeit die restlichen 35 Prozent der Kosten tragen, werden entscheiden müssen, ob sie auch bereit sind, im Zweifel mehr zu geben und das Risiko mitzutragen, wenn Festspiele für 2021 geplant werden, aber nicht durchgeführt werden können. Wenn eine Entscheidung fällt, dass man Festspiele will, zuzüglich der Mehrkosten, zum Beispiel möglicherweise für literweise Desinfektionsmittel, dann muss auch die Bereitschaft da sein, das Risiko eines Ausfalls mitzutragen."

Digitale Bayreuther Festspiele 2020

Unter der Motto "Kein Sommer ohne Wagner!" richten die Bayreuther Festspiele in Kooperation mit BR-KLASSIK, 3sat und Arte in diesem Jahr ein digitales Festival aus. Gezeigt werden u.a. die wichtigsten Inszenierungen der letzten Jahre. Das Programm finden Sie hier.

Volles Programm für 2021

Trotz der Corona-Pandemie haben die Festpiele große Pläne für das kommende Jahr: eine Neuproduktion des "Fliegenden Holländers" mit der ersten Dirigentin in der Bayreuther Geschichte, den "Lohengrin", die "Meistersinger" und auch den "Tannhäuser", der eigentlich erst 2022 wieder auf dem Spielplan stehen sollte. Volles Programm also. Jetzt heißt es: Daumendrücken dass auch alles so kommt, wie geplant – meint der kommissarische Geschäftsführer Heinz-Dieter Sense.

Kunst braucht immer auch einen gewissen Optimismus.
Heinz-Dieter Sense, kommissarischer Geschäftsführer der Bayreuther Festspiele

Sendung: Leporello am 23. Juli 2020 ab 16.05 Uhr auf BR-KLASSIK

Kommentare (0)

Kommentieren ist nicht mehr möglich.
Zu diesem Inhalt gibt es noch keine Kommentare.

    AV-Player