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Berliner Philharmoniker werden UNO-Botschafter Politisches Orchester

Die Berliner Philharmoniker setzen sich künftig als musikalische Botschafter für die UNO-Flüchtlingshilfe ein. Chefdirigent Kirill Petrenko betonte am Freitag, dem Orchester und ihm sei es wichtig, nicht nur schöne Konzerte zu spielen, sondern sich auch gesellschaftlich zu engagieren.

Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker nach einem Konzert auf den Salzburger Festspielen im August 2019 | Bildquelle: Stephan Rabold / Berliner Philharmoniker

Bildquelle: Stephan Rabold / Berliner Philharmoniker

Für den russischstämmigen Petrenko hat dieses Engagement auch mit der eigenen Autobiographie zu tun. Er persönlich sei zwar nicht geflüchtet, aber das Gefühl, die alte Heimat zu verlassen und wie seine Eltern bei null anzufangen, sei ihm durchaus vertraut – so der Stardirigent. Die Schicksale der Geflüchteten seien für ihn fast persönlich greifbar.

Afghanistan-Krise als Weckruf

Rund 82 Millionen Menschen waren nach Angaben des deutschen Partners der UNHCR Ende des vergangenen Jahres auf der Flucht. Und es werden nicht weniger. Andrea Zietzschmann, Intendantin der Berliner Philharmoniker, erklärte, dass es vor allem die Afghanistan-Krise sei, die dem Orchester die Fluchtproblematik wieder vor Augen geführt habe. "Diese Themen beschäftigen uns als Institution, sie bewegen uns gerade auch als internationales Orchester." Mit ihrem Namen und weltweiten Renommee wollten Philharmoniker die Flüchtlingshilfe der UNO bekannter machen und dafür werben, sich für Menschen auf der Flucht stark zu machen.

Nicht das erste Engagement der Philharmoniker

Der Vorschlag für das Engagement kam laut Orchestervorstand Stefan Dohr von einer Geigerin, die Musiker und Musikerinnen hätten dann mit einer großen Mehrheit dafür gestimmt. Es ist das erste Mal, dass sich die Philharmoniker politisch oder sozial engagieren. Unter anderem für das Kinderhilfswerk Unicef hat sich der Klangkörper in der Vergangenheit eingesetzt.

Zum Auftakt der Partnerschaft findet am Sonntag ein Benefizkonzert statt. Auf dem Programm steht «Der Feuervogel» von Igor Strawinsky, laut der Ankündigung als "Hommage an Mut und Menschlichkeit".

Sendung: "Allegro" am 20. September 2021 ab 6:05 Uhr auf BR-KLASSIK

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