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Krise beim Berliner Staatsballett Doppelspitze mit Sasha Waltz wird kommen

Ab 2019 sollen die Tanz-Choreographin Sasha Waltz und der Stockholmer Ballettdirektor Johannes Öhman die Leitung des Berliner Staatsballetts übernehmen. Trotz Protesten der Tänzer und einer Online-Petition mit über 4300 Teilnehmern, bleibt der Berliner Bürgermeister bei seiner Entscheidung.

Mögliche neue Intendantin des Staatsballetts Berlin Sasha Waltz | Bildquelle: picture-alliance/dpa

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Das Berliner Staatsballett soll wieder zur nationalen und internationalen Spitze aufsteigen, wie Lars Bahners, Pressesprecher des Regierenden Bürgermeisters von Berlin gegenüber BR-KLASSIK betont. Dabei sollen die beiden international anerkannten Künstler Sasha Waltz und Johannes Öhman helfen und klassisches wie zeitgenössisches Repertoire erarbeiten.

Das ist ein Aufbruch für die Compagnie. Jeder Aufbruch birgt Risiken und ist mit Ängsten verbunden. Diese nehmen wir ernst.
Lars Bahners, Pressesprecher des Regierenden Bürgermeisters von Berlin

Sorge um 200-jährige Tradition

Die Berliner Kulturverwaltung werde die Kommunikation mit Tänzerinnen und Tänzern aufnehmen. Diese äußerten jedoch ihre Bedenken, gerade im Hinblik auf die 200-jährige klassische Tradition des Staatsballetts. Elionor Jagodnik, Sprecherin des Staatsballets betonte, die Compagnie habe nichts gegen Tanztheater: Es wäre sogar gut, "vielleicht eine Tanztheater-Produktion zu erarbeiten." Aber man könne sich nicht gänzlich dem Tanztheater öffnen und zugleich die langjährige Tradition erhalten.

Onlinepetition gestartet

 Sasha Waltz und Johannes Öhman sollen neue Intedanten des Staatsballetts Berlin werden | Bildquelle: picture-alliance/dpa Die geplante Doppelspitze ab 2019 beim Berliner Staatsballett: Sasha Waltz und Johannes Öhman | Bildquelle: picture-alliance/dpa Die Compagnie des Staatsballetts lehnt die Ernennung von Sasha Waltz und Johannes Öhman als neue Leiter des Berliner Staatsballetts ab, das machen die Tänzerinnen und Tänzer in einem offenen Brief klar.

Eine halbe Stunde vor Beginn der Saisoneröffnung protestierte die Truppe vor der Komischen Oper, mit einem Banner warben die Tänzerinnen und Tänzer für ihre Onlinepetition "Rettet das Staatsballett", die inzwischen mehr als 4300 Unterzeichner hat.

Wir lehnen die Idee einer künstlerischen Doppelspitze rigoros ab.
aus der Online-Petition 'Rettet das Staatsballett'

Die Tänzer wollen weder an der derzeitigen Dreier-Konstellation festhalten, noch mit einer Doppelspitze aus Waltz und Öhman arbeiten und fordern einen einzigen Kandidaten "mit einer klaren künstlerischen Vision."

Am Mittwoch der vergangenen Woche hatte der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, die neue Doppelintendanz vorgestellt.

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