BR-KLASSIK

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Musicbanda Franui beim BR-Chor Gipfeltreffen mit Mahler

Frech, frei und alpenländisch angehaucht ist die Musik der Musicbanda Franui. Das Markenzeichen der Tiroler: Klassik auf den Kopf stellen. Das tun sie jetzt zusammen mit dem BR-Chor und Werken von Gustav Mahler.

Die Musicbanda Franui beim Nachholtermin 4. Chorabokonzert: Das Mahler-Projekt mit Franui
Werke von Carl Loewe und Gustav Mahler
in Neu-Arrangements bzw. „Nachkompositionen“ von Markus Kraler, Andreas Schett und Howard  | Bildquelle: Julia Stix

Bildquelle: Julia Stix

Es ist ein heißer Montagnachmittag. Im kühlen Saal der Münchner Isarphilharmonie arbeitet Howard Arman, der Leiter des BR-Chors, noch an der Feinabstimmung. Vor ihm sitzen halbkreisförmig die zehn Musikerinnen und Musiker der osttiroler Musicbanda Franui. In der Mitte steht ein Hackbrett. Dahinter ist der Chor des Bayerischen Rundfunks aufgestellt. Die Stimmung ist locker und gleichzeitig konzentriert.

Karl Löwe als Inspirationsquelle

Beim Programm von "Wohin ich geh' – Das Mahler-Projekt" gibt es in der ersten Hälfte Arrangements der Lieder von Karl Löwe zu hören. Löwe war nicht nur eine große Inspirationsquelle für Mahler, sondern auch einer der wenigen Menschen, die Mahlers doppelbödigen Humor verstanden hätten, sagt Howard Arman. Momente des Witzes und der Tragik seien bei Mahler nicht trivial oder immer gleich offensichtlich, sondern vielschichtiger, so Arman.

Mahler hat gesagt, dass Löwe einer der wenigen Menschen gewesen wäre, der seinen Humor verstanden hätte.
Howard Arman, Leiter des BR-Chors

Diese enge Verbindung von Karl Löwe zu Gustav Mahler zeigt sich in vielerlei Hinsicht. Oft habe Mahler Löwe zitiert, in zeremonieller Musik, Volksmusik oder Tanzmusik. Besonders Löwes Humoresken seien für Mahler eine wichtige Inspirationsquelle gewesen, teilweise habe er ganze Texte von Löwe übernommen, sagt Howard Arman. Deshalb sollen auch die beiden Programmhälften des Mahler-Projekts in eine Art Kommunikation miteinander treten.

"Wohin ich geh' – Das Mahler-Projekt"

Das Konzert vom BR-Chor mit der Musicbanda Franui findet am 29. Juni 2022 um 20:00 Uhr in der Isarphilharmonie im Gasteig HP8 statt. Nähere Infos finden Sie hier.

Franui fantasiert frei über Mahler

Der Leiter des BR-Chors hat die Löwe-Stücke für den ersten Programmteil selbst arrangiert, die Musicbanda Franui die restlichen Stücke. Während Arman sich in seiner Bearbeitung stark am Original orientiert, sind die Nachkompositionen von Franui eher ein freies Fantasieren über Mahler. Markant und eigen ist der typische Franui-Sound – mit einer speziellen Mischung aus Holz- und Blechblasinstrumenten, einer Violine, einem Kontrabass und Saiteninstrumenten aus der alpenländischen Volksmusik. Zur persönlichen Klangsprache von Franui gehören auch Instrumente wie die Zitter, eine Harfe, oder ein Hackbrett.

Markus Kraler und Andreas Schett sind nicht nur aktive Musiker bei der Musicbanda, sie komponieren auch regelmäßig neue Stücke, oder entwerfen neue "Anverwandlungen", wie sie selbst sagen. Stilistische Grenzen soll es dabei nicht geben. Deswegen bezeichnet sich die Tiroler Musicbanda auch als eine Art Umspannwerk. Auch die Arrangements, oder besser Nachkompositionen der Mahler-Stücke stammen von den zwei Musikern.

Zum Schluss wird die Ewigkeit besungen

Die Collage unterschiedlicher musikalischer Elemente findet zum Schluss des Programms ein ruhiges Ende. Die musikalische Reise unter dem Motto "Wohin ich geh'" endet beim Mahler-Projekt aber nicht mit Mahlers Musik. Abgerundet wird das Konzert mit dem Lied "Morgen!" von Richard Strauss. In der Bearbeitung von Andreas Schett und Markus Kraler wird, statt in kleiner Besetzung, vom ganzen Chor minutenlang die Ewigkeit herbeigesungen.

Sendung: "Leporello" am 28. Juni 2022 ab 16:05 Uhr auf BR-KLASSIK

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