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Bregenzer Festspiele 2021 starten 75 Jahre Oper in Übergröße

Seit 75 Jahren faszinieren die Bregenzer Festspiele mit großer Oper unter freiem Himmel und auf dem Wasser. Was 1946 mit einer Aufführung von "Bastien und Bastienne" im Gondelhafen begann, ist mittlerweile zu einem einzigartigen Zusammenspiel von packender Musik, technischer Höchstleistung, szenischer Überhöhung und sommerlichen Naturerlebnis geworden.

Emotionskraftwerk Oper! In den 75 Jahren des Bestehens der Bregenzer Festspiele ist viel passiert. 1946, also ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkrieges, fanden sich überwiegend Bürger der Stadt Bregenz und der Region zusammen, um mit viel Energie und Fantasie am See ein Kulturereignis zu schaffen. Es begann noch ganz einfach mit der Aufführung von Mozarts Jugendwerk "Bastien und Bastienne" im Gondelhafen. Das Spiel auf dem See war zunächst eine Randerscheinung, die sich aber rasant zum künstlerischen Zentrum entwickelte.

Zum Konzept Große Oper kommt heuer eine Rarität von Boito

Gisueppe Verdi und Arrigo Boito | Bildquelle: Wikimedia Commons Für Intendantin Elisabeth Sobotka passt die Musik von Arrigo Boito gut zum Bregenzer Programm: auf dem Foto steht Boito neben Giuseppe Verdi. | Bildquelle: Wikimedia Commons 1985 wurden die Festspiele, wenn man so will, neu geboren. Der damalige frisch ernannte Intendant Alfred Wopman zeigte am See nicht mehr Operette, sondern große populäre Oper. Im Festspielhaus hingegen gab’s das Kontrastprogramm: Raritäten und zeitgenössische Musik. Nach diesem Konzept hat sich auch Intendantin Elisabeth Sobotka im Jubiläumsjahr für eine außergewöhnliche Produktion entschieden: Der berüchtigte römische Kaiser Nero kommt auf die Bühne des Festspielhauses. Arrigo Boito hat ihn in seiner Oper zu einer schillernden Figur gemacht. Regie führt Olivier Tambosi und die musikalische Leitung hat Dirk Kaftan. Für Sobotka passt Boito zwar perfekt zwischen die Musik von Verdi und Puccini, will aber etwas ganz anderes: "Arrigo Boito ist Literat und Komponist und hat aus dieser Dualität in seiner Person versucht, ein Gesamtkunstwerk zu schaffen."

Ab 22. Juli gibt es "Rigoletto" auf der Seebühne

Die Bregenzer Festspiele haben am Mittwoch, 3. April 2019, das Richtfest des "Rigoletto"-Bühnenbildes gefeiert. Dominiert wird die Bühne für Giuseppe Verdis Oper, die 2019 zum ersten Mal überhaupt auf der Seebühne gespielt wird, von einem knapp 14 Meter hohen Kopf und zwei ebenso überdimensionalen Händen. | Bildquelle: picture alliance/APA/picturedesk.com/Dietmar Stiplovsek Giuseppe Verdis "Rigoletto" war bereits bei der Premiere 2019 ein echter Publikumsrenner in Bregenz. | Bildquelle: picture alliance/APA/picturedesk.com/Dietmar Stiplovsek Nicht mehr lange und "Rigoletto" erwacht endlich wieder aus seinem Coronaschlaf. Auf der weltberühmten Seebühne in Bregenz wird ab dem 22. Juli wieder die berühmte Arie "La donna è mobile" erklingen. Giuseppe Verdis Oper "Rigoletto" war bereits bei der Premiere 2019 ein echter Publikumsrenner. Bei Festspiel-Intendantin Elisabeth Sobotka ist die Vorfreude groß. Auch, weil sie vor drei Monaten noch dachte, auch dieses Jahr wegen Corona wieder nur mit halber Kraft spielen zu dürfen: "Dass wir jetzt wirklich komplett spielen können, ist – ich kann nur sagen – ein Geschenk."

Das auffällige und außergewöhnliche Bühnenbild zu Verdis "Rigoletto" mit dem riesigen Clownskopf und den zwei mobilen Händen hat die coronabedingte Zwangspause gut hinter sich gebracht. Es ist das erste Bühnenbild in der Festspielgeschichte, das am Bodensee drei Sommer und zwei Winter überstehen musste. Jetzt wird es nach einem Jahr Stille wieder mit Leben gefüllt. Für "Rigoletto"-Regisseur Philipp Stölzl eine außergewöhnlich schöne Erfahrung: "Dass man hier wieder zusammenkommt und hier wieder spielen, singen, inszenieren, proben darf, das war wie ein Licht am Ende des Tunnels."

Bregenzer Festspiele 2021

Die Bregenzer Festspiele starten am 21. Juli mit der Oper "Nero" von Arrigo Boito im Bregenzer Festspielhaus. BR-KLASSIK sendet die Eröffnungspremiere ab 19:30 Uhr live im Radio.

Am Freitag, 23. Juli, gibt es nach einjähriger Abstinenz auf der Seebühne die Wiederaufnahme von Verdis "Rigoletto" in der Inszenierung von Philipp Stölzl.

Sendung: "Allegro" am 21. Juli 2021 ab 6:05 Uhr auf BR-KLASSIK

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