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Protestkonzert des Budapest Festival Orchestra "Wir lassen Budapest nicht im Stich"

Mit einem Konzert in Budapest hat das Budapest Festival Orchester unter seinem Leiter Ivan Fischer gegen die überraschende Subventionskürzung der ungarischen Hauptstadt protestiert. Oberbürgermeister Istvan Tarlos kündigte vor wenigen Tagen an, die Förderung mitten in der laufenden Saison um knapp 70 Prozent zu kürzen. Tarlos hatte im Vorfeld des Protests Fischer angedroht, auch die restlichen Subventionen zu streichen, wenn "diese Hysterie und Unruhestifterei" nicht abgestellt würden.

Das ganze Konzert im Video


Rund 2000 Budapester und Touristen waren am Samstagnachmittag auf dem zentralen Vörösmarty-Platz mit dabei, als das Budapest Festival Orchestra Mozart-Arien, Klezmer-Klänge und Schlagwerk-Improvisationen zum Besten gab. "Wir lieben Budapest, wir lassen Budapest nicht im Stich", sagte Dirigent Ivan Fischer in einer kurzen Ansprache.

"Finanzielle Knappheit" als offizielle Begründung

Das Orchester muss in diesem Jahr mit 23 Prozent weniger Geld auskommen als geplant. Konkret hat die Stadt Budapest ihre städtischen Subventionen um 200 Millionen HUF - ca. 640.000 Euro - gekürzt. Ihre Entscheidung begründete die Stadt mit genereller finanzieller Knappheit. Bürgermeister István Tarlós sagte nach dem Beschluss vom 27. April, die Stadt schätze die Arbeit des international renommierten Budapest Festival Orchestra sehr. Es sei aber schon schwierig gewesen, einen Weg zu finden, die noch verbliebene Subvention zu garantieren.

Statt bislang ca. 830.000 Euro bekommt das Orchester demnach nur noch ca. 192.000 Euro. Zwar wird das Orchester zum größten Teil, nämlich mit insgesamt 3,6 Millionen Euro, von der ungarischen Regierung gestützt. Doch als Reaktion auf die völlig überraschende finanzielle Einschränkung hat das Budapest Festival Orchestra bereits Konzerte abgesagt.

"Da uns die Kürzung erst am 28. April dieses Jahres mitgeteilt wurde, müssen wir unsere künstlerische Planung revidieren. Wir sind gezwungen, einige Orchesterkonzerte in Budapest, Community- und Education-Projekte, sowie eine europäische Tournee zu streichen. Eine Kürzung dieser Größenordnung ohne vorherige Konsultation ist völlig inakzeptabel für ein Orchester von Weltrang, das weltweit die Stadt Budapest repräsentiert und in Budapest seit der Gründung ausverkaufte Konzerte gibt." Stefan Englert, Geschäftsführender Direktor des Budapest Festival Orchestra

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