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#metoo - auch Dirigent Charles Dutoit beschuldigt Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe

Dem 81-jährigen Dirigenten Charles Dutoit wird sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen. Die Symphonieorchester von San Francisco und Boston haben inzwischen die Zusammenarbeit mit Dutoit aufgrund der Vorwürfe beendet.

Komponist Charles Dutoit  | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Bildquelle: picture-alliance/dpa

Vier Frauen erheben gerade schwere Vorwürfe gegen den zweifachen Grammy-Gewinner Charles Dutoit. Der Dirigent soll sich den Musikerinnen gegenüber im Zeitraum zwischen 1985 und 2010 sexuell übergriffig verhalten haben. Den Angaben zufolge soll Detoit 1991 in der Garderobe der Los Angeles Opera die Sopranistin Paula Rasmussen gegen die Wand gedrückt, ihre Hand an seine Hose gepresst und ihr seine Zunge in den Mund gesteckt haben. Die Grammy-Gewinnerin Sylvia McNair berichtete von einem Vorfall mit Dutoit, der sich nach einer Probe 1985 in einem Hotel in Minnesota ereignet haben soll: "Sobald wir im Fahrstuhl waren, stieß mich Charles Dutoit an die Wand, presste sein Knie zwischen meine Beine und drückte sich mit seinem ganzen Körper gegen mich". Eine weitere Sängerin, die anonym bleiben wollte, sagte, Dutoit hätte sie bei einer Autofahrt begrapscht. Die vierte Musikerin schilderte eine ähnliche Szene aus dem Jahr 2006.

#meetoo-Debatte als Ermutigung, das Schweigen zu brechen

McNair, Rasmussen und die anderen Opfer sagten, die aktuellen Berichte von sexuell bedrängten Frauen in der Film- und Kunstszene hätten sie ermutigt, jetzt ihr Schweigen zu brechen. Vorher hätten die Musikerinnen sich nicht getraut, an die Öffentlichkeit zu gehen, weil sie um ihre Karriere fürchteten.

US-Orchester distanzieren sich von Dutoit

Nachdem die Vorwürfe des sexuellen Fehlverhaltens laut wurden, haben die Symphonieorchester von San Francisco und Boston die Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Charles Dutoit beendet. Die "ernsthafte Natur" der Anschuldigungen habe zu dieser Entscheidung geführt, teilte das Ensemble von San Francisco am Donnerstag mit. Das Boston Symphony Orchestra bezeichnete die Vorwürfe als "extrem beunruhigend".

Sendung: "Allegro" am 22. Dezember 2017 ab 6.05 Uhr auf BR-KLASSIK

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