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Tanzszene Christian Spuck wird neuer Chef am Berliner Staatsballet

Die letzte Intendanz hatte wenig Glück: Nachdem Sasha Waltz und Johannes Öhman eigentlich angetreten waren, das Berliner Staatsballett zu modernisieren, warf die Doppelspitze im Januar 2020 nach nur wenigen Monaten das Handtuch. Nun steht ihr Nachfolger fest: Christian Spuck wechselt zur Saison 2023/24 vom Zürichsee an die Spree. Das gab Kultursenator Klaus Lederer am Dienstag bekannt. Das Staatsballet sichert sich damit die Dienste eines der renommiertesten deutschen Choreographen.

Christian Spuck wird neuer Chef des berliner Staatsballets | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Bildquelle: picture-alliance/dpa

Spuck sei ein international erfolgreicher Choreograph, der über große Erfahrung in der Leitung eines Ballettensembles verfüge, erklärte Klaus Lederer am Dienstag. Der Berliner Kultursenator ist sich sicher: Spuck werde die Kompanie in der gesamten Breite des klassischen und zeitgenössischen Balletts weiterentwickeln.

Ein Kind der Stuttgarter Talentschmiede

Tatsächlich zählt der 51-Jährige zu den renommiertesten deutschen Choreographen. Ausgebildet an der berühmten John Cranko Schule, arbeitete Spuck ab 2001 als Hauschoreograph am Stuttgarter Ballett. Er ist damit Teil einer ganzen Riege von damals jungen Choreographen, die Stuttgart als Sprungbrett für eine große Karrriere nutzten. Die eigene führte Spuck 2012 ans Züricher Ballett, wo er bis zu seinem Berliner Amtsantritt noch unter Vertrag steht. 2020 wurde das Haus unter seiner Leitung von der Fachzeitschrift "Tanz" als "Kompanie des Jahres" ausgezeichnet.

Ich bin überzeugt davon, dass seine Wahl für Berlin und für das Staatsballett ein großer Gewinn ist!
Kultursenator Klaus Lederer über Christian Spuck

Staatsballett in 'unruhigen Gewässern'

In Berlin übernimmt Spuck sowohl eine der renommiertesten als auch die – mit derzeit 91 Tänzerinnen und Tänzern – größte Kompanie in Deutschland. Allerdings auch eine, die in letzter Zeit eher negativ in den Schlagzeilen war. Zum einen scheiterte der Plan von Spucks Vorgängern, Sasha Waltz und Johannes Öhman, das Tanzensemble zu modernisieren. Sowohl die Tänzerinnen und Tänzer als auch das Publikum rebellierten. Die Online-Petition "Rettet das Staatsballett!" erhielt fast 20.000 Unterschriften. Zuletzt machte das Haus dann auch noch aufgrund von Rassismus-Vorwürfen von sich reden.

Gefragt nach seinen Plänen mit dem Ensemble betonte Spuck, er wolle beim Staatsballett mit den wichtigsten Choreographen und Künstlern unserer Zeit zusammenarbeiten und das internationale Renommee der Kompanie festigen.

Sendung: "Allegro" am 16. Juni 2021 ab 6.05 Uhr auf BR-KLASSIK

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