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Dmitri Hvorostovsky gestorben Trauer um russischen Opernstar

Nachdem die tragische Nachricht zunächst über Hvorostovskys Facebook-Seite verbreitet wurde, hat inzwischen auch die russische Agentur des Sängers den Tod gegenüber der Nachrichtenagentur Tass bestätigt. Der 55-jährige Bariton erlag in der Nacht zum Mittwoch seiner Krebserkrankung.

Bariton Dmitri Hvorostovsky | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Bildquelle: picture-alliance/dpa

Immer wieder hatte Hvorostovsky in der Vergangenheit wegen seiner Erkrankung zahlreiche Engagements absagen müssen. Vor zweieinhalb Jahren war bekannt geworden, dass der Sänger an einem Gehirntumor litt. Ende 2016 hatte sich der Bariton offiziell von der Opernbühne zurückgezogen. Sein letztes Konzert gab Hvorostovsky im vergangenen Juni beim Festival Grafenegg in Österreich. Noch im November dieses Jahres war er an der Wiener Staatsoper für die Aufführungen von Verdis "Un ballo in maschera" vorgesehen gewesen.

Dmitri Hvorostovsky - Erfolg nach Wettbewerb

1962 kam Hvorostovsky in Sibirien zur Welt. Später sang er in einer Rockband, eher er sich der Oper zuwandte. 1989 feierte Hvorostovsky seinen Durchbruch beim Wettbewerb Cardiff Singer of the World. Seitdem stand er auf den großen Bühnen der Welt - unter anderem am Londoner Covent Garden, an der Staatsoper Berlin oder an der New Yorker Metropolitan Opera. Zu seinen Paraderollen gehörte Tschaikowskys "Eugen Onegin".

Einen ausführlichen Nachruf zu Dmitiri Hvorostovsky finden Sie hier.

2009 trat Hvorostovsky zusammen mit Anna Netrebko beim Open Air auf dem Münchner Königsplatz auf. Für 2015 hatte er seine Teilnahme bereits aus gesundheitlichen Gründen absagen müssen. Nach eigenen Angaben hatte Hvorostovsky aufgrund der Krankheit Probleme mit dem Gleichgewicht. Nun ist er in der Nacht zum 22. November 2017 in der Nähe von London gestorben, wie die Familie mitteilte. "Die Wärme seiner Stimme und seine Energie werden immer bei uns sein", hieß es.

Reaktionen aus Künstlerkreisen

Der Tod von Dmitri Hvorostovsky löst in der Musikwelt Bestürzung und Trauer aus. So schwärmt die Mezzosopranistin Sarah Connolly auf Twitter von seiner "seidenweicher Stimme". Der Tenor Joseph Calleja bezeichnet Hvorostovsky als einen "bezaubernden Sänger", dessen Größe "seine Kunst unsterblich machen werde".

Sendung: "Leporello" am 22. November 2017 ab 16:05 Uhr auf BR-KLASSIK

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