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Die Europa-Tage der Musik in Altötting Musizieren für die Einheit Europas

Gut 800 Laienmusikerinnen und Laienmusiker machen vom 01. bis 03. Juli in Altötting Musik: Musik für den Frieden und für die Einheit Europas. Unter ihnen sind auch Musikerinnen und Musiker aus dem Jugendsymphonieorchester der Ukraine. Sie wollen von Bayern aus aus eine musikalische Botschaft aus ihrer vom Krieg gezeichneten Heimat aussenden.

Gerade in diesem Jahr ist es wichtiger denn je, über die Musik mehr Verständnis füreinander zu zeigen und damit auch die notwendige Sensibilität für ein friedliches Miteinander zu schaffen. Die Europatage der Musik verfolgen dieses Ziel schon seit mehr als 35 Jahren. Am Anfang standen dabei die Beziehungen zu Ensembles jenseits der Eisernen Vorhangs im Vordergrund, heute geht es vor allem darum, "im gemeinsamen Musizieren verschiedener Nationalitäten die Errungenschaften eines vereinten und friedlichen Europas zu feiern und zu festigen."

Tag der Laienmusik am Samstag

In Altötting kommt das in diesem Jahr besonders am Samstag, den 2. Juli zum Tragen, wenn ab 10.00 Uhr rund 800 Musikerinnen und Musiker aus 54 bayerischen und europäischen Ensembles beim "Tag der Laienmusik" die Straßen und Plätze des Marienwallfahrtsortes mit ihrem Singen und Spielen zu einer großen, vielfarbigen Klangwolke werden lassen.

Europatage der Musik Altötting 2022 | Bildquelle: Franziskus Büscher Bildquelle: Franziskus Büscher Mit 5 Ensembles stellt das Festkonzert um 18.30 Uhr im Kultur- und Kongressforum das europäische Miteinander noch einmal konzentriert in den Focus. Im Konzertchor der Schule für Chorkunst München singen Kinder aus gut 12 Nationen (darunter auch aus Russland, Belarus und der Ukraine) internationale Volkslieder. Die Berufsfachschule Altötting präsentiert sich mit solistischen Gesangsbeiträgen aus Klassik und Operette, während das Trio "Cu' j'òcchi de 'na vò" aus dem italienischen Loreto den Charme seiner Heimatregion der 'Marken' spielen lässt. Aus Fatima hat sich die Fado-Sängerin Delfina Henriques angekündigt.

Geflüchtete aus der Ukraine zu Gast bei den Europatagen der Musik in Altötting

Besondere Aufmerksamkeit verdienen aber 5 jungen Musikerinnen und Musiker aus dem Jugendsymphonieorchester der Ukraine. Drei von ihnen leben seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine als Geflüchtete in Gera, Hannover und Lubljana. Zwei weitere haben vorher schon ein Studium in Krakau und Bratislava aufgenommen. Die über halb Europa versprengten Exilanten nehmen bis zu 12 Stunden Fahrzeit auf sich, um sich für Proben im Orchester oder in Ensembles treffen zu können. Dabei führt sie der Weg in diesem Sommer unter anderem zu Festivals in Bayreuth, Berlin, Hannover, Leipzig, Luzern und eben auch nach Altötting.

Neben dem Flötenquartett KV 285 von W. A. Mozart stehen im Festkonzert zu den Europatagen der Musik aber auch Werke der ukrainischen Komponisten Vitalij Hubarenko und Myroslav Skoryk auf dem Programm. Nicht zuletzt damit versuchen die mehrfach mit Preisen ausgezeichnten jungen Künstler*innen die kulturellen Werte ihrer vom Krieg gezeichneten Heimat hochzuhalten und auch den Menschen außerhalb der Ukraine zu vermitteln.

Altötting im europäischen Netzwerk der "Shrines of Europe"

Altötting selbst lebt den Europagedanken aber nicht nur zu den Europatgen der Musik. Seit 25 Jahren ist die oberbayerische Kreisstadt Teil der ’Shrines of Europe’, einer Arbeitsgemeinschaft aus den 7 bedeutendsten europäischen Marienwallfahrtsorten. Neben Altötting gehören diesem Netzwerk auch das italienische Loreto, das französische Lourdes, das portugiesische Fátima, Tschenstochau in Polen, Mariazell in Österreich Einsiedeln in der Schweiz an.
Aus fast allen Mitgliedsgemeinden sind auch Musiker*innen zu den Europatagen der Musik nach Altötting gekommen.

Sendungshinweise

Erste Eindrücke von den diesjährigen Europatagen der Musik gibt’s in der Musik für Bayern am 03. Juli ab 19.30 Uhr auf Bayern 2 und ausführliche Impressionen unter anderem aus dem Festkonzert auf BR-KLASSIK am 10. September um 14.05 Uhr.

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