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High End Messe 2016 Rillen, Bits und Fetisch

Sprechen wir mal nicht übers Radio, sondern über die anderen schönen Möglichkeiten, Musik zu hören: Die High End im Münchner M.O.C. bietet alljährlich Gelegenheit, sich umzusehen und umzuhören, was es Neues gibt, um sich in immer perfekteren Klangschwaden akustisch berauschen zu lassen. BR-KLASSIK auf der Suche nach Trends.

Kopfhörer auf der "High End" Messe für Audioinnovationen | Bildquelle: © HighEnd Fotoservice

Bildquelle: © HighEnd Fotoservice

Es ist immer wieder erstaunlich, mit welchen technischen Rafinessen, interessant formulierten Verkaufsargumenten oder schick designten Geräten in einer relativ kleinen, aber umsatzstarken Nische des Unterhaltungselektronik-Marktes offenbar gute Geschäfte gemacht werden. Marktforscherin Bettina Steinbrenner von der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung unterfütterte bei der Eröffnungspressekonferenz der High End die in den Messehallen zu beobachtenden aktuellen Trends der Audiobranche mit nüchternen Zahlen.

Der Markt für Unterhaltungselektronik

  • Der Musikkonsum über Streaming-Angebote hat sich im letzten Jahr verdoppelt: fast drei Millionen Menschen in Deutschland nutzen inzwischen Premium-Dienste
  • Gleichzeitig aber erlebt die Vinyl-Schallplatte ein Comeback - und deswegen werden auch wieder Plattenspieler verkauft. Im ersten Quartal dieses Jahr gleich 78 Prozent mehr!
  • Und: Kopfhörer vekaufen sich "wie geschnitten Brot" - dank Smartphone und mobilem Musikkonsum. Sie sind inzwischen ein "Lifestyle-Produkt".

Hören an der Bar

Erstmals können Besucher der Messe an einer "Hörbar" Kopfhörer verschiedener Hersteller und Preisklassen direkt miteinander vergleichen. Nicht dabei ist hier allerdings das neueste Modell eines bekannten deutschen Herstellers, das sagenhafte 50.000 € kostet.

Tonbandaufnahmen sind wieder im Trend, wie diese von Fritz Reiner | Bildquelle: BR Auch Tonbänder werden wieder angeboten - in "Mastertape"-Qualität. | Bildquelle: BR Analoges Vinyl und digitales Streaming müssen sich übrigens auch nicht ausschließen: Ein Start-up im High End Newcomer Forum präsentiert mit TransVinyl ein Gerät, das, angeschlossen an den Plattenspieler, jede Scheibe live ins Heimnetz überträgt. Bei dem überbordenden Angebot an Musik und Abspielgeräten gibt es inzwischen fast nichts, was es nicht gibt … Moment! Da ist doch noch etwas, was vielleicht als nächster Retro-Trend daherkommen könnte: das analoge Tonband. Aufnahmen in „Mastertape“-Qualität, Reel-to-Reel. Für manche sicher „the real thing“. Wir sind gespannt auf die High End 2017.

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