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Igor Zelensky und das Bayerische Staatsballett Mehr moderner Tanz

Mehr moderne Choreographien, weniger klassisches Ballett: Der Chef des Bayerischen Staatsballetts, Igor Zelensky will künftig verstärkt auf zeitgenössischen Tanz setzen - mithilfe einer Kompanie, in der es in nächster Zeit viele neue Gesichter geben wird.

Igor Zelenksy ab Herbst 2016 Leiter des Bayerischen Staatsballetts | Bildquelle: picture-alliance/dpa

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Seit Beginn der Spielzeit 2016/17 ist Igor Zelensky Direktor des Bayerischen Staatsballetts. In Zukunft will der gebürtige Russe in München mehr modernen Tanz zeigen. Ob das Publikum das gutheiße, wisse er nicht. Die Tänzer allerdings "lieben es, und auch ich liebe es", so Zelensky gegenüber der Deutschen Presse Agentur.

Positive Erfahrungen mit modernen Produktionen gab es bereits in Zelenskys erster Spielzeit in München. Zum Auftakt der Ballettfestwoche präsentierte Zelensky eine getanzte Version des Kinderbuchklassikers "Alice im Wunderland" - eine Produktion, die stark an ein Musical erinnerte und zum Kassenschlager wurde. Und beim Eröffnungswochenende der Münchner Opernfestspiele wurde ein Abend mit vier jungen Choreographen im Rahmen der Münchner Opernfestspiele vom Publikum gefeiert.

Umbrüche im Ensemble

Abendfüllende Handlungsballette verkauften sich insgesamt zwar besser als zeitgenössische Tanzchoreographien, so Zelensky. Man werde aber "eine Balance finden, um jeden Zuschauer zufriedenzustellen." Schon in der laufenden Saison steuert das Ballett auf eine Auslastung von rund 95 Prozent zu. In den nächsten Wochen und Monaten werden sich für das großteils junge Tänzerensemble aber Veränderungen ergeben. Rund ein Viertel der Tänzer verlässt das Bayerische Staatsballett. "Manche gehen, manche habe ich gefeuert", so Zelensky. Er wolle mehr Qualität nach seinem Geschmack: "Ich habe meine Vision, was ich in Zukunft machen will". Dass 18 von 69 Tänzern die Kompanie verlassen, sei aber auch "ein großes Drama", ist sich Zelensky bewusst. Es werde "viel Zeit kosten, alles neu zusammenzuschweißen."

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