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Corona-Fälle an der Bayerischen Staatsoper "Wir schauen auf morgen, nicht auf gestern"

Seit Montag ist die Bayerische Staatsoper geschlossen, weil Mitarbeitende des Hauses sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben. Geplant ist, dass die Oper ab Samstag wieder spielt. Aber wie sicher ist das? Intendant Serge Dorny antwortet.

Serge Dorny | Bildquelle: © Philippe Pierangeli

Bildquelle: © Philippe Pierangeli

BR-KLASSIK: Serge Dorny, es gibt einige Coronafälle im Bayerischen Staatsorchester. Wie viele Musikerinnen und Musiker sind betroffen?

Serge Dorny: Es gibt einzelne Fälle in der Bayerischen Staatsoper und in verschiedenen Abteilungen. Um eine mögliche Infektionskette zu unterbrechen, haben wir deswegen entschieden, die Vorstellungen als eine Art Vorsichtsmaßnahme abzusagen das heißt Akademiekonzerte, die einzige Opernvorstellung "Carmen" oder "Die Vögel". Wir haben schon sehr strenge Corona-Hygienemaßnahmen an der Bayerischen Staatsoper. Vor allem, um immer das Vertrauen des Publikums und auch der Mitarbeiter aufrechtzuerhalten. Deshalb haben wir uns entschieden, extra Vorsichtsmaßnahmen zu implementieren.

BR-KLASSIK: Gibt es denn dieses ausgeklügelte Testprozedere und dieses Tagebuchführen an der Oper noch?

Serge Dorny: Das gibt es noch immer. Die Mitarbeiter sind natürlich geimpft oder genesen. Für die, die nicht zu den beiden Kategorien gehören, gibt es eine Testpflicht zwei Mal die Woche. Wenn es dann einen positiven Fall gibt, dann werden sofort alle Kontakte informiert.

2G-Regelung und FFP2-Maskenpflicht für Publikum

BR-KLASSIK: Was sind denn die aktuellen offiziellen Bestimmungen?

Serge Dorny: Wir habend die 2G-Regel für den Publikumsbereich. Das heißt: geimpft oder genesen. Und gleichzeitig haben wir trotzdem noch die FFP2-Maskenpflicht im Haus und während der Vorstellungen eingeführt. Ab Samstag, dem 13. November, wo wir wieder mit der Oper "Carmen" anfangen, gelten diese Regeln für das Vorderhaus, für die Besucher. Für die Mitarbeiter, also für den privaten Teil des Hauses, gilt die 3G-Regelung. Jetzt sind wir auch dabei, das zu erweitern. Dass auch die Mitarbeiter, die geimpft oder genesen sind, eine regelmäßige Testung jede Woche bekommen um das Ganze noch mehr zu kontrollieren.

Proben für "Giuditta" finden statt

BR-KLASSIK: Kann denn weitergeprobt werden im Moment? Also "Die Vögel" fallen wegen fehlender Proben ja aus.

Serge Dorny: Diese Woche haben wir entschieden, die Proben zu unterbrechen. Wir fangen mit einer generellen Testung wieder ab Freitag und Samstag an. Momentan probt der Chor in Kleingruppen in Räumlichkeiten, die es zulassen, eine größere Distanz zu haben. Und auch mit Masken. Im Moment wird die Neuproduktion "Giuditta" geprobt. So ist nur ein Teil unserer tagtäglichen Arbeit unterbrochen.

BR-KLASSIK: Also das heißt, Sie schauen nichtsdestotrotz weiter nach vorne?

Serge Dorny: Wir hatten einzelne Fälle am Freitag, Samstag und Sonntag. Und das war das Alarmsignal. Wir hören für fünf Tage auf, dann wird man getestet. Aber natürlich will ich für die Zukunft optimistisch sein. Und das sind wir alle in der Staatsoper. Und wir schauen natürlich auf morgen und nicht auf gestern.

Sendung: "Leporello" am 10. November 2021 ab 16:05 Uhr auf BR-KLASSIK

Kommentare (2)

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Donnerstag, 11.November, 11:01 Uhr

Herr Steinert

Verantwortungsbewusstsein

Sehr geehrter Herr Schneider,

ich denke Herr Dorny fühlt sich natürlich dem Publikum verpflichtet und ich selbst sehe auch täglich wie bei uns im Management täglich um jede Aufführung gerungen wird. Es gilt aber nun einmal weiterhin eine gewisse Vorsicht walten zu lassen. Darüber hinaus ist Herr Dorny als Generalintendant zunächst einmal seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und deren Arbeitsbedingungen verpflichtet und als "Dienstherr" hat er dieser Fürsorgepflicht zuallererst einmal nachzukommen, was er offenbar tut (zumindest wenn man diesen spezifischen Fall betrachtet). Der Frust der Abonnenten ist das Eine, die Sicherheit und körperliche Unversehrtheit der Künstlerinnen und Künstler das Andere. Ich finde es schon reichlich befremdlich, diesen Aspekt bei ihrer Argumentation überhaupt nicht finden zu können.

Mittwoch, 10.November, 19:05 Uhr

Wilfried Schneider

WIR SCHAUEN AUF MORGEN, NICHT AUF GESTERN

Ja, ja, man schaut auf "MORGEN", aber alle, die gerne , nach etlichen vergeblichen Versuchen, endlich Karten für "Die Vögel" ergattert und diese gerne gesehen und gehört hätten, schauen in die "Röhre", alle Abonnenten, die das Schostakowitsch-Konzert nicht hören durften, schauen ebenfalls in selbige Einrichtung. Es wäre doch sicher mit einigem guten Willen möglich, Ersatztermine zu finden, aber man gibt sich keine Mühe. So langsam begreife ich, warum der Herr Dorny in Dresden gescheitert ist. Das Publikum. insbesondere die Abonnenten, scheinen ihm völlig egal zu sein. Nun ja, man wird seine Konsequenzen ziehen.

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