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BR-Doku zur neuen Isarphilharmonie Zu Besuch bei den Sendlinger Nachbarn

Die Freude war groß, als der Standort für den neuen Münchner Konzertsaal konkret wurde: Ein Gelände der Münchner Stadtwerke nahe der Isar. Für die kleinen Unternehmen und Betriebe in der Sendlinger Nachbarschaft aber begann das Bangen – ihnen drohte die Kündigung. Kurzerhand nahmen sie die Planung des neuen Gasteig einfach mit in die Hand – und sind heute glückliche Nachbarn des neuen Konzertsaals für München. Eine Reportage des BR-Fernsehens hat die Sendlinger Nachbarschaft besucht.

Computeranimation: Der Übergangs-Konzertsaal | Bildquelle: Bayerischer Rundfunk 2021

Bildquelle: Bayerischer Rundfunk 2021

BR-KLASSIK: Zwischen Zeit/en

Die neue Isarphilharmonie

Aus Angst ist Vorfreude geworden, erzählt ein inzwischen entspannter Clemens Bachmann. Der Architekt ist einer der Unternehmer, die als Nachbarn der neuen Isarphilharmonie das Gelände entscheidend mitgestaltet haben. Vor ein paar Jahren drohte ihm das Aus auf dem Gelände zwischen der Schäftlarn‐ und Hans‐Preißinger‐Straße. Ursprünglich wollte die Stadt das gesamte Areal dem neuen Gasteig zur Verfügung stellen. Alle Mieter hätten ihre Räume verloren – auch Clemens Bachmann. Doch er und die Menschen um ihn herum wurden kreativ und überlegten, wie beides gelingen kann: Kulturbetrieb und Gewerbebetrieb. Und haben das Gelände damit nebenbei auch aus seinem „Dornröschenschlaf“ geweckt.

Wir waren überrascht, dass Architektur so politisch werden konnte.
Unternehmer Clemens Bachmann

Reportage über die Nachbarschaft | Bildquelle: BR Architekt Clemens Bachmann vor einem seiner Modelle zum neuen Gasteig-Gelände | Bildquelle: BR Clemens Bachmann und seine Mitstreiter setzten sich zusammen: Sie bauten Architekturmodelle, zeichneten Skizzen und banden den Bezirksausschuss bei ihren Ideen mit ein. Dass die Politik damals mitzog, erstaunt ihn heute noch. Mit ihren Vorschlägen haben die Sendlinger um Architekt Clemens Bachmann „die Diskussion um 180‐Grad gewandelt“ – zum Positiven: Denn die Betriebe und Unternehmer konnten bleiben, ihr Vorschlag wurde zur Grundlage des städtebaulichen Masterplans.

Es lebe die Nachbarschaft!

Die Betriebe vor Ort bekamen die Räumlichkeiten einst günstig von der Stadt vermietet. Dafür aber betonierten sie auch selber Böden, strichen Wände, installierten Elektrik. Für sie alle steckt viel Herzblut in dem Gelände. Deswegen fühlen sie sich dem Ort auch so besonders verbunden. Der neue Konzertsaal respektiert diese Verbundenheit. Vermutlich ist das einer der Gründe, warum der neue Gasteig wiederum bei der Nachbarschaft so gut ankommt. Auch in der Wirtschaft ums Eck freuen sich die Sendlinger auf ihr neues Kulturareal. „Wir kommen nicht als Gäste, wir kommen als Nachbarn“, stellt eine Frau fest. Das ist vermutlich eines der größten Komplimente, die man dem Neubau machen kann.

Wir sind verwöhnt und wir schätzen es!
Münchner Konzertbesucherin über die neue Isarphilharmonie

„Es ist ein Experiment, das hier stattfinden wird. Das kann Strahlkraft entwickeln“, ist sich Clemens Bachmann sicher. Und auch das Münchner Publikum weiß den Neubau einzuordnen: „Wir sind verwöhnt und wir schätzen es“, so eine Besucherin der Isarphilharmonie.

Sendung: Bayerisches Fernsehen am 12.10.2021 um 22:50 Uhr

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