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Filmkomponist John Barry - 85. Geburtstag James Bonds musikalische Visitenkarte

Der Schöpfer des berühmten James Bond-Themas John Barry würde am 3. November 2018 seinen 85. Geburtstag feiern. BR-KLASSIK erinnert an den Filmmusikkomponisten und erzählt die Entstehungsgeschichte dieser Melodie - die bis heute umstritten ist.

Sean Connery in "James Bond - Sag niemals nie" (1983) | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Bildquelle: picture-alliance/dpa

Wenn es eine Musik gibt, die mit dem Namen John Barrys augenblicklich in Verbindung gebracht wird, dann wohl das "James Bond"-Thema. Es wurde nicht nur zum 007-Signet schlechthin, sondern markiert auch den Beginn von John Barrys Filmmusik-Karriere. "J.B." - zwei Initialen, die gleichermaßen für Bond und Barry zu stehen scheinen. Dabei ist gerade die Entstehung dieses Themas bis heute umstritten, auch wenn Barry selbst immer seine eigene Version parat hatte.

John Barry über die Enstehung des "James Bond"-Themas

"Eigentlich hatte man Monty Norman für die Filmmusik angeheuert. Aber es gab da offenbar Probleme. Also empfahl Noah Rodgers, damals Musikchef von United Artists in London, mich bei den Produzenten. Denn ich hatte zu dem Zeitpunkt zwei oder drei Hits in England gelandet. Man gab mir ein genaues Timing von zwei Minuten, denn die Titelsequenz war bereits fertig. Ich ging also heim, fing an zu arbeiten, und am Mittwoch standen wir im Studio und nahmen auf.“

Filmmusik in die Wiege gelegt

Im März 2001 kassierte der Londoner High Court ein für allemal John Barrys Anspruch als Urheber des "James Bond"-Themas und erklärte Monty Norman zum Sieger. Dennoch öffnete diese Musik Barry die Tür zu einer steilen Karriere als Filmkomponist. Es kam zu zahlreichen Fortsetzungs-Filmen der Bond-Serie, von denen Barry allein elf musikalisch betreute. Denn das Thema "Filmmusik" war dem im englischen York geborenen Musiker irgendwie von Anfang an in die Wiege gelegt. Sein Vater besaß acht Kinos und Theater. In dieser Atmosphäre wuchs John Barry auf. Mit 15 fing er an, Trompete zu spielen, später ging er für drei Jahre zu einer Military-Band. Nach dieser Zeit wusste Barry, dass er professioneller Musiker werden wollte.

Steile Karriere als Filmkomponist

Szene aus "Der mit dem Wolf tanzt" mit Mary McDonnell und Kevin Kostner | Bildquelle: picture-alliance/dpa Szene aus "Der mit dem Wolf tanzt" mit Mary McDonnell und Kevin Kostner | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Fünf Oscars erhielt John Barry im Verlauf seiner Filmmusik-Karriere. Die ersten beiden 1966 für die Musik und den besten Filmsong zu "Born Free", einer anrührenden Story um drei mutterlose afrikanische Löwenbabies; den dritten zwei Jahre später für den Soundtrack zum Kostümstreifen "The Lion in Winter", und die letzten beiden für "Jenseits von Afrika" und den Kevin Costner-Streifen "Der mit dem Wolf tanzt". Und so schwungvoll John Barrys anfängliche Filmmusiken waren, erfüllt von modischen Beats und der obligatorischen Elektrogitarre, so abgeklärt waren seine späteren Arbeiten: In ihnen präsentierte sich der einstige Rock'n Roller zunehmend als Entdecker der filmmusikalischen Langsamkeit.

Andererseits: was wäre "Out of Africa" ohne Barrys kongeniale Klänge, die sich so wunderbar harmonisch zum Klarinettenkonzert seines Co-Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart fügen? Zum Schluss besaß Barry zwar keine Farm in Afrika sondern "nur" ein Anwesen auf Long Island. Aber hier fand er jene Tiefen-Entspannung, die einen Großteil seiner Musik auszeichnet. Er starb im Januar 2011, 77-jährig, in seiner Wahlheimat New York. Am 3. November 2018 wäre John Barry 85 Jahre alt geworden. 

Radio-Tipp

Mehr zu John Barry und seiner Musik in der Sendung "Cinema" am Sonntag, 4. November ab 18:05 Uhr auf BR-KLASSIK.

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