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Lockerungen für Kultur in Bayern Kabinettsbeschluss: 50 Prozent Saalauslastung erlaubt

Bereits vor ein paar Tagen hatte Ministerpräsident Markus Söder Lockerungen für die Kultur angekündigt. Jetzt steht der Beschluss fest: In Bayern ist bei Kulturveranstaltungen wieder 50 Prozent Saalauslastung erlaubt. Und auch sonst gibt es kleine Änderungen.

Halbvoller Theatersaal | Bildquelle: dpa-Bildfunk/Oliver Berg

Bildquelle: dpa-Bildfunk/Oliver Berg

Kulturveranstalter*innen dürfen sich freuen: In Theatern, Kinos und Konzertsälen ist ab Donnerstag eine Auslastung von bis zu 50 Prozent erlaubt. Also doppelt so viel wie bisher. Weiter bestehen bleibt allerdings die 2G-plus-Regel, durch die sich Gastronomie und Kultur weiterhin unterscheiden. Auch die Maskenpflicht und der Mindestabstand von 1,50 Metern bleiben grundsätzlich erhalten, wobei Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann (CSU) betont, dass die Regelung zur Saalauslastung vorgehe. Kann also bei einer 50-prozentigen Saalauslastung der Abstand nicht gewährt bleiben, so dürfe er auch verringert werden.

Gleichzeitig wurde das generelle Verbot von überregionalen Großveranstaltungen aufgehoben, sowohl in der Kultur als auch im Sport. Veranstaltungen mit einer Zuschauermenge von über 1.000 Personen sind damit erlaubt, ab dort greift allerdings wieder die 25-Prozent-Regel. Eine absolute Obergrenze liegt bei 10.000 Personen. Ministerpräsident Markus Söder greift damit der Vereinbarung des Bund-Länder-Treffens vor, bis zum 9. Februar eine einheitliche Regelung zu Großveranstaltungen zu beschließen.

Auch in der Jugendarbeit kommt es zu Lockerungen. Minderjährige Schülerinnen und Schüler, die ohnehin regelmäßig in der Schule getestet werden, müssen von Donnerstag an keinen Impfnachweis und keinen weiteren Test mehr vorlegen. 

Reaktionen von Veranstalter*innen

Die Reaktionen bei den Veranstaltern und Veranstalterinnen fallen gemischt aus. "Wir hätten uns natürlich sehr gewünscht, dass dieses 2G-plus weggfällt", erklärt Andrea Fink, die Geschäftsführerin des Tonkünstlerverbands Bayern, gegenüber BR-KLASSIK. Gleichzeitig sieht sie auch die schwierige Lage in der Gastronomie, die bereits bei der 2G-Regelung um Besucher kämpfen muss. Auch wenn die Erhöhung der maximalen Saalauslastung auf 50 Prozent vorhersehbar gewesen sei, sei sie dankbar über die Aufweichung des Mindestabstands und die Möglichkeit, die sich für Schülerinnen und Schüler wieder bieten.

Das ist jetzt genau richtig
Marcus Rudolf Axt, Intendant der Bamberger Symphoniker

Beim Intendanten der Bamberger Symphoniker, Marcus Rudolf Axt, überwiegt vor allem die Freude, überhaupt wieder vor etwas gefüllteren Sälen spielen zu dürfen. "Wir sind jetzt sehr dankbar, dass wir auf diese 50 Prozent aufstocken können." Schließlich sei die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher durch die anderen Hygienemaßnahmen weiterhin gewährleistet. Bedeutend ist für ihn auch die Signalwirkung, die diese Lockerungen haben. "Ein toller Schritt der Staatsregierung in dieser Welle. Das ist jetzt genau richtig."

Das muss korrigiert werden
Dr. Helmut Kaltenhauser, Präsident des Bayerischen Musikrats

Auch der Präsident des Bayerischen Musikrats Dr. Helmut Kaltenhauser begrüßt diese Entscheidung: „Die Anpassung wurde mit Blick auf die deutlich sinkende Belegung der Intensivbetten getroffen. Das erscheint mir der richtige Weg." Dennoch gibt er sich mit den Lockerungen nicht ganz zufrieden: "Es besteht noch immer die Ungleichbehandlung zur Gastronomie. Das muss korrigiert werden.“

Vor allem die positiven Seiten der Beschlüsse sieht der Intendant der Bayerischen Staatsoper, Serge Dorny: "Wir freuen uns sehr, dass wir wieder vor 50 Prozent Publikum spielen können. Das ist für alle in der Kultur ein lange ersehnter Schritt in die richtige Richtung."

Kommentare (2)

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Freitag, 28.Januar, 15:50 Uhr

Wilfried Schneider

KABINETTSBESCHLUSS: 50 PROZENT SAALAUSLASTUNG

Sehr verehrte Frau Schwärzler, selten habe ich mich über einen Halbsatz so amüsiert wie über den Ihrigen, Söder und Sibler betreffend. Ihr Humor ist köstlich! Ich befürchte allerdings, dass die beiden genannten "Kulturfreunde" damit etwas überfordert sein dürften.

Dienstag, 25.Januar, 15:58 Uhr

Beate Schwärzler

Wieder wenigstens halbe Besetzung im Konzertsaal

Mein ganz persönlicher Dank an den Ministerpräsidenten Markus Söder und seinen Minister für Wissenschaft und Kunst Bernd Sibler,
vor Allem aber auch an alle Kulturschaffenden für ihr Durchhaltevermögen, ihre unverwüstliche Kreativität und ihr ganzes "Trotzdem" - für uns, "das Publikum".

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