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Beethoven-Musikfrachter stoppt Fahrt Musik an Bord spielt online weiter

Die "MS Jenny" ist ein Frachtschiff, das im Beethoven-Jubiläumsjahr mit der Musik des Komponisten an vielen Häfen anlegen wollte – auch in Bayern. Seit heute ist klar: Wegen Corona muss der Musikfrachter in Bonn vor Anker bleiben. Doch statt Stillstand gibt es Online-Projekte.

Das Schiff MS Jenny als Musikfrachter des Projekts "BTHVN2020" | Bildquelle: Sarah Larissa Heuser

Bildquelle: Sarah Larissa Heuser

Wegen der aktuellen Corona-Krise kann der sogenannte Musikfrachter seine musikalische Ladung nicht zum Zielort Wien bringen. Das Schiff, das zum "BTHVN2020-Musikfrachter" im Rahmen des Beethoven-Jubiläumsjahres umgerüstet worden war und auf Rhein, Main und Donau fahren sollte, ist seit vergangenem Freitag für den Publikumsverkehr geschlossen, wie die Veranstalter am Montag mitteilten.

BTHVN2020

2020 feiert Deutschland mit der ganzen Welt den 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven. Dafür haben sich die Bundesrepublik Deutschland, das Bundesland Nordrhein-Westfalen, der Rhein-Sieg-Kreis und die Bundesstadt Bonn zur Errichtung der gemeinnützigen Beethoven Jubiläums GmbH zusammengefunden, die dieses bedeutende Jubiläum koordiniert und unter der Dachmarke BTHVN2020 kommuniziert. Auftakt war Ende 2019 mit der deutschlandweiten Hauskonzerte-Aktion "Beethoven bei uns".

Video-Gruß und Mini-Konzert-Mitschnitte

Das Leben auf dem Musikfrachter gehe jedoch weiter, hieß es. Nach einem musikalischen Videogruß von Bord über Social-Media-Kanäle mit Musikern aus Bonn, vom Podium-Festival Esslingen und vom Stegreif.orchester sollen bis kommenden Sonntag online Mini-Konzertmitschnitte folgen. Am Wochenende 28./29. März sendet der Musikfrachter ein 48-Stunden-Programm mit Musik, Konzerten, Mitmachaktionen und Gesprächen.

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Videogruß von Bord | Bildquelle: BTHVN2020 Musikfrachter (via YouTube)

Videogruß von Bord

Ursprünglich hätte der Musikfrachter am 19. April Wien erreichen sollen und auf seiner Reise unter anderem nach Koblenz, Mannheim, Frankfurt, Miltenberg, Regensburg, Passau und Linz an Bord zu Konzerten, Begegnungen mit Musikern, Workshops und Mitmachaktionen eingeladen. Auch SWEET SPOT, das junge Magazin von BR-KLASSIK, wollte aus Passau über das Projekt berichten.

Digitale Formate von Bord aus

Durch das Corona-Virus verwandelt sich der Frachter nun vom mobilen Musikvermittlungsprojekt zu einem Produktionsort für neue digitale Kultur-, Musik- und Vermittlungsformate, hieß es weiter von Seiten der Veranstalter. Der Musikfrachter setze ein Zeichen, das Kultur gerade in Zeiten der Krise Raum für Verständigung und Austausch biete. In den kommenden Wochen würden unterschiedliche Sendeformate entwickelt. Der Musikfrachter ist ein umgebautes 50 Jahre altes Binnenschiff, das bereits als MS Wissenschaft unterwegs war. Neu ist der Signalgruß mit den Anfangstönen von Beethovens fünfter Sinfonie.

Sendung: "Leporello" am 17. März 2020 um 16:05 Uhr auf BR-KLASSIK

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