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Weitere Milliarde für die Kultur "Wichtiges Zeichen"

Das Rettungs- und Zukunftsprogramm "Neustart Kultur" wird um eine Milliarde Euro aufgestockt. Kulturstaatsministerin Monika Grütters nannte die Entscheidung des Bundes auf Twitter ein "wichtiges Zeichen für die Kultur". Die Aufstockung des Hilfsprogramms durch den Koalitionsausschuss von Union und SPD war am Mittwochabend beschlossen worden.

ARCHIV - 08.10.2020, Berlin: Monika Grütters (CDU), Kulturstaatsministerin, beantwortet auf einer Pressekonferenz zum Thema Jüdisches Leben in Deutschland - ein Jahr nach dem Anschlag in Halle Fragen von Journalisten. (zu dpa "Grütters: Erneute Schließungen sind echte Katastrophe für die Kultur") Foto: Wolfgang Kumm/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bildquelle: dpa-Bildfunk/Wolfgang Kumm

Bildquelle: dpa-Bildfunk/Wolfgang Kumm

Grütters hatte zuvor 1,5 Milliarden Euro zusätzlich aus dem Bundeshaushalt gefordert. Die Pandemie treffe den Kultur- und Medienbereich mit voller Härte. "Der zweite Lockdown war nicht in der ersten Milliarde eingepreist", argumentierte Grütters. Der Bund hatte noch vor dem zweiten Lockdown für die Kultur ein eigenes Programm in Höhe von einer Milliarde Euro aufgelegt. Dies wird nun um eine weitere Milliarde aufgestockt. Grütters schrieb auf Twitter: "Ich danke dem Koalitionsausschuss, dass er dieses wichtige Zeichen für die Kultur setzt."

Fit für die Zeit nach der Pandemie

Mit dem Geld, so Grütters Idee, sollen Kultureinrichtungen fit gemacht werden für die Zeit nach der Pandemie. In diesem Fall geht es ausdrücklich nicht um Soforthilfe oder Unterstützungsmaßnahmen für Not leidende Kulturschaffende. Vielmehr soll die Infrastruktur modernisiert werden. Für die Zeit nach dem Lockdown gibt es nach Grütters Angaben bereits fertige Pläne in den Schubladen, die in den für Kultur zuständigen Bundesländern leicht unterschiedlich ausfielen

Fürsorgepflicht in Zeiten seelischer Nöte

"Die lange Zeit des Stillstands ist für viele Kulturakteure mittlerweile nicht nur ein wirtschaftliches Problem, sondern sie führt auch zu seelischen Nöten", sagte die Kulturstaatsministerin am Donnerstag in Berlin. Grütters betonte, wie wichtig es deshalb ist, dass Bundestag und Regierung gemeinsam eine Fürsorgepflicht für die Künste zum Ausdruck bringen.

Kultur- und Kreativwirtschaft leidet am meisten unter Corona

Nach einer EU-weiten Studie ist laut Grütters die gesamte Kultur- und Kreativwirtschaft mit einem Umsatzverlust von 31 Prozent der von der Corona-Krise mit am stärksten betroffene Wirtschaftszweig. Damit rangiert sie noch vor der Tourismus- und Automobilindustrie. Die stärksten finanziellen Einbußen muss die Darstellende Kunst verzeichnen - mit sogar 90 Prozent Umsatzverlust.

Neustarthilfe für kurz befristet Beschäftigte

Außerdem bekommen kurz befristet Beschäftigte aus dem Bereich Darstellende Kunst ein zusätzliches Modul im Rahmen der Überbrückungshilfe III. Neben den Soloselbstständigen und den unständig Beschäftigten sollen auch die "kurz befristet Beschäftigten in den Darstellenden Künsten" Hilfen von bis zu 7.500 € für den sechsmonatigen Zeitraum Januar bis Juni 2021 beantragen können. Das teilte das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA) am Freitag mit.

Sendung: "Leporello" am 5. Februar 2021 ab 16:05 Uhr auf BR-KLASSIK

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Donnerstag, 04.Februar, 14:26 Uhr

Wilfried Schneider

WICHTIGES ZEICHEN

Die Lufthansa erhält 9 Milliarden Euro Corona-Hilfe. Der Kulturbereich, wesentlich personalintensiver und wesentlich relevanter für die Gesellschaft als die Lufthansa, wird mit einer Milliarde Euro abgespeist. Ob diese Milliarde auch ankommt, muss vorab bezweifelt werden. Es ist halt NUR Kultur! Die Lufthansa wird überleben, viele Bereiche der Kultur werden zu großen Teilen nach Corona nicht mehr existieren. Letztlich trägt auch das durch die EU verursachte Impfdesaster zum Niedergang der Kultur bei. Man hat durch die Teppichhändler-Mentalität bei der Verhandlung mit den Produzenten des Impfstoffes zwar Geld gespart, durch die dadurch aber verlängerte Zeit der Zwangseinschränkungen viele Milliarden Mehrkosten verursacht. Die dafür Verantwortlichen sind bekannt und sollten Konsequenzen ziehen. Aber Frau Merkel meint ja immer noch, dass alles richtig gemacht worden sei. Abgehobener kann man eigentlich nicht sein. Und Einsicht von der Frau von der Leyen ist per se nicht erwartbar.

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