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"O du fröhliche" als Weltkulturerbe Deutsches Weihnachtslied vorgeschlagen

Der nach dem Autor des berühmten Weihnachtsliedes Johann Daniel Falk benannte Falk-Verein hat "O du fröhliche" für die Liste des immateriellen UNESCO-Weltkulturerbes vorgeschlagen. Die Thüringer Staatskanzlei soll im Januar 2018 über diesen Vorschlag entscheiden. Das berichtet die Weimarer Kirchenzeitung "Glaube und Heimat".

“O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!" Farbdruck nach Gemälde, 1909, von Franz Bohumil Doubek (geb. 1865) | Bildquelle: © picture alliance/akg-images

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Theologe und Schriftsteller Johann Daniel Falk hatte "O du fröhliche" vor über 200 Jahren als "Allfeiertagslied" für Weihnachten, Ostern, und Pfingsten getextet. Er wollte damit den Zöglingen in seinem Weimarer "Rettungshaus für verwahrloste Kinder" die kirchlichen Feiertage näherbringen. Die Melodie des Liedes entstammt dem sizilianischen Seefahrerlied "O sanctissima", in dem die Seeleute den Schutz der Gottesmutter Maria erflehen. Später fügte Johann Heinrich Christoph Holzschuher, ein Schüler Falks, dem Lied zwei Strophen mit dem weihnachtlichen Bezug hinzu.

Bewerbung für UNESCO-Weltkulturerbe in mehreren Etappen

Die Bewerbung des Falk-Vereins soll von der Thüringer Jury bereits fachlich begutachtet und akzeptiert worden sein. Bis April 2018 kann das Land dem Sekretariat der Kultusministerkonferenz bis zu vier Vorschläge für die Liste des immateriellen UNESCO-Weltkulturerbes unterbreiten. Unabhängige Experten prüfen und bewerten dann im Sommer die Vorschläge der Länder. Die Kultusministerkonferenz und Kulturstaatsministerin Monika Grütters bestätigen abschließend die Experten-Empfehlungen. So entsteht ein bundesweites Verzeichnis, aus dem kulturelle Ausdrucksformen bei der UNESCO eingereicht werden können. Die Organisation entscheidet dann endgültig über die Aufnahme.

Anfang Dezember nahm die UNESCO den deutschen Orgelbau und die deutsche Orgelmusik in die Liste des immateriellen Kulturerbes auf.

Sendung: "Allegro" am 21. Dezember 2017 ab 6.05 Uhr auf BR-KLASSIK

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