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Staatsphilharmonie Nürnberg engagiert sich für den Umweltschutz Mit Klassik fürs Klima

Klimanteuralität – dieses Ziel hat sich die Staatsphilharmonie Nürnberg auf die Fahnen geschrieben und sich der Initiative "Orchester des Wandels" angeschlossen. In diesem Verein schließen sich Berufsmusikerinnen- und musiker aus ganz Deutschland zusammen, um für den Klimaschutz zu spielen. In Nürnberg hat man sich einen ganz besonderen Auftakt überlegt: ein Konzert, das hörbar macht, wie die Natur klingt, wenn sie gesund ist.

CO2-Initiative der Staatsphilharmonie Nürnberg | Bildquelle: Ludwig Olah

Bildquelle: Ludwig Olah

Wenn die Musikerinnen und Musiker der Staatsphilharmonie Nürnberg ihr Opernhaus mit Musik erfüllen, dann klingt das erstmal wenig nach Klima-Sünde. Geigen, Cellos, Pauken und Oboen brauchen keinen Strom, das Orchester keine aufwändige Licht-Show und keine Rauch- oder Windmaschinen für den richtigen Effekt. Das Musikmachen an sich ist schon jetzt ziemlich CO2-neutral – das Drumherum dagegen weniger.

Sanierungsbedürftiges Opernhaus

Zwar reise das Orchester nicht in der Welt umher, so Orchester-Direktorin Ellen Deger, dafür sei das sanierungsbedürftige Nürnberger Staastheater in Sachen Energieeffizienz ein Albtraum: "Energetisch eine absolute Trauma-Situation!", wie Deger sagt. So würden an den Pulten zum Beispiel noch veraltete Halogenlampen verwendet. "Und dann ist da noch die Frage: Wie kommen die Kollegen denn hier her?"

Wie kommen die Kollegen denn hier her?
Ellen Deger, Orchesterdirektorin an der Staatsphilharmonie Nürnberg

Das Orchester hat die lange Zwangspause durch die Corona-Pandemie genutzt und Analyse betrieben. Ein Ergebnis: Die Musikerinnen und Musiker sind schon jetzt überraschend grün. Das bestätigt einer der Initiatoren der Initiative, Bass-Klarinettist Martin Möhler. Über einen Fragebogen wurde ermittelt, wie die Mitarbeitenden zur Arbeit kommen. Fazit: Knapp unter 40 Prozent nutzen den öffentlichen Nahverkehr. Und: "Über 40 Prozent kommen mit dem Fahrrad oder zu Fuß."

Über 40 Prozent kommen mit dem Fahrrad oder zu Fuß.
Martin Möhler, Bassklarinettist an der Nürnberger Staatsphilharmonie

Die dringend notwendige Sanierung des Staatstheaters liegt nicht in ihrer Hand und wird noch viele Jahre dauern. Deshalb haben die Musikerinnen und Musiker beschlossen, selbst zu handeln.

Spende an Kompensationsprojekte

CO2-Initiative der Staatsphilharmonie Nürnberg | Bildquelle: Ludwig Olah Bildquelle: Ludwig Olah Schon Monate vor dem Auftakt-Konzert der Klima-Initiative am Montagabend diskutierten die Orchestermitglieder, was sie gegen den Klimawandel tun könnten. Um ihren CO2-Abdruck der letzten Jahre auszugleichen, haben sie an sogenannte Kompensationsprojekte gespendet, die etwa Wälder aufforsten. Nun arbeitet das Orchester mit gleich mehreren Klimaschutzprojekten zusammen – darunter zum Beispiel eine schweizer Stiftung, die sich dafür einsetzt, die natürliche Fruchtbarkeit unserer Böden zu erhalten. Und was das bedeutet, das wird am Montagabend auch akustisch sichtbar gemacht. Das sei ein spannendes Projekt, schwärmt Möhler: "Es nennt sich Sounding Soil – die sind auf die Idee gekommen, einfach mal Mikrofone in die Erde zu stecken und zu schauen, wie das klingt. Und wir werden bei unserem Ko0nzert zwei Aufnahmen einander gegenüberstellen: Einmal einen Bioboden – da singt und klingt es – und einen bearbeiteten Boden, wo nur noch weißes Rauschen zu hören ist."

Da singt und klingt es!
Martin Möhler über den Sound von Bioböden

Unterstützt wird das Orchester beim musikalischen Klimaschutz vom Förderverein der Freunde der Staatsphilharmonie. Ihre Musik soll in den kommenden Monaten nicht nur auf fruchtbaren Boden fallen, sondern den Boden tatsächlich auch fruchtbar halten.

Sendung: "Allegro" am 26. Juli 2021 ab 6:05 Uhr auf BR-KLASSIK

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