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Osterfestspiele Salzburg 2023 mit Andris Nelsons Große Namen und zum ersten Mal Tanz

Noch ist nicht einmal Ostern 2022 und wir reden jetzt schon über die Salzburger Osterfestspiele 2023. Deren Programm wurde heute in München vorgestellt. Es ist die erste Ausgabe, die der neue Intendant Nikolaus Bachler künstlerisch verantwortet. Von drei Säulen war auf der Pressekonferenz die Rede – und von einer Neuausrichtung des renommierten Festivals.

Andris Nelsons & Nikolaus Bachler | Bildquelle: Fritz Beck

Bildquelle: Fritz Beck

Nikolaus Bachler gibt bei der Vorstellung des Salzburger Festspielprogramms für Ostern 2023 den Frühlingsboten: Ostern sei die Zeit des Aufbruchs, man komme aus dem Winter, man reise wieder.

Und wo ist es schöner hinzureisen als in die Barock- und Kirchenstadt Salzburg, die ja eine Bühne für sich selber ist.
Nikolaus Bachler

Nichts weniger als eine Neuausrichtung des Salzburger Osterfestivals hat sich Bachler vorgenommen. Auf drei Säulen will er die zehn Tage vom 1. bis zum 10. April 2023 stellen: In jedem Jahr wird ein anderes Spitzenorchester mit seinem Chefdirigenten im Mittelpunkt stehen. Durch die Aufhebung der strikten Spartentrennung wird das Programmangebot vielfältiger. Und es ändert sich was im Ticketverkauf.

Andris Nelsons eröffnet 2023

Den Orchesterreigen eröffnen wird 2023 das Gewandhausorchester Leipzig, das unter Andris Nelsons sämtliche großen Konzerte und auch die drei Opernaufführungen leiten wird. Vom gebürtigen Leipziger Richard Wagner ist der "Tannhäuser" zu erleben. Dafür wird Romeo Castellucci seine eigene Münchner Inszenierung neu einstudieren. Der Cast ist sensationell und bringt drei Rollendebüts: Jonas Kaufmann als Tannhäuser, Marlis Petersen als Elisabeth und Elīna Garanča in der Rolle der Venus. Dazu gesellen sich Christian Gerhaher und Georg Zeppenfeld.

Christian Gerhaher in Brahms' Requiem

Christian Gerhaher ist auch, neben Julia Kleiter und dem Chor des Bayerischen Rundfunks, im "Deutschen Requiem“ von Johannes Brahms zu hören. Aus Leipzig bringt Andris Nelsons seine Gewandhauskomponistin Sofia Gubaidulina mit. Deren großes Orchesterwerk "Der Zorn Gottes", das für die Osterfestspiele komponiert, aber pandemiebedingt nicht in Salzburg uraufgeführt wurde, koppelt der Dirigent mit Anton Bruckners Siebter Symphonie. Mit dem zweiten symphonischen Programm schafft das fein und beziehungsreich gestrickte Festival einen weiteren Leipzig-Bezug: mit Musik von Bach und Mendelssohn.

Richard Wagner mit Beats von DJ Westbam

Zum ersten Mal überhaupt wird bei den Salzburger Osterfestspielen ein Tanzstück zu sehen sein – in der besonderen Kulisse der Felsenreitschule: "Träume", mit Bezug auf Wagners "Wesendoncklieder" und in Szene gesetzt vom israelischen Choreographen Emanuel Gat. Eingeladen hat Bachler mit dem deutschen DJ Westbam auch einen der wichtigsten Elektrokünstler unserer Tage. Westbam will, zusammen mit der Mendelssohn-Orchesterakademie, ausprobieren, wie sich Richard Wagner mit Beats verträgt. Es sei wichtig, so Nikolaus Bachler, "dass wir bei diesem reichen Repertoire aus der Vergangenheit auch in unserer Zeit ankommen und uns nicht abschotten von den Ohren, die jung und an andere Klänge gewöhnt sind, und dass wir nicht sagen, hier ist die Klassik und hier ist alles andere."

Das neue Abo "to go"

Für ein jüngeres Publikum attraktiv sein könnte das neu aufgelegte "Abo to go": Orchesterkonzert, "Tannhäuser" und Tanzprojekt zum Sonderpreis, nämlich um 30% reduziert.

Ein Fest sollen sie werden, die Salzburger Osterfestspiele 2023, denn, so Nikolaus Bachler: "Ein Fest erweitert die Herzen und sprengt die Sinne. Es verbindet im gemeinsamen Erleben und lässt den Menschen ganz im Moment verweilen."

Das Spiel führt uns über das Gewohnte und über die eigenen Grenzen hinaus und lässt uns unbekanntes Land betreten.
Nikolaus Bachler

Sendung: "Leporello" am 17. März 2022, ab 16:05 Uhr auf BR-KLASSIK

Kommentare (1)

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Donnerstag, 17.März, 17:39 Uhr

Wilfried Schneider

GROSSE NAMEN.....

Dass das Gewandhausorchester und Herr Nelsons so willig als "Ersatz" für die Dresdner Staatskapelle und Herrn Thielemann einspringen, mag zwar in erster Linie pekuniäre Gründe haben, hängt vielleicht auch mit einem gewissen Konkurrenzdenken zusammen, schäbig ist es aber trotzdem. Bachler dürfte sich ob des gelungenen Hiebes gegen Thielemann und die Staatskapelle die Hände reiben. Mich wird man bei den Osterfestspielen ab 2023 allerdings nicht mehr sehen.

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