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Afghanischer Künstler Ahmad Pouya Flüchtling durfte wieder einreisen

Freude bei den Unterstützern des afghanischen Flüchtlings Ahmad Shakib Pouya: Pouya hat sein Visum in der deutschen Botschaft in Kabul abgeholt und ist am 16. März wieder in Deutschland eingetroffen. Möglich macht das ein Engagement an der Münchner Schauburg.

Afghanischer Künstler Ahmad Pouya  | Bildquelle: Privat

Bildquelle: Privat

Die schlimme Zeit der Ungewissheit und des Wartens habe damit vorerst ein Ende, so Nicola Steller, Sprecherin des Vereins "Zuflucht-Kultur". In den mehr als 50 Tagen seit seiner Ausreise nach Afghanistan am 20. Januar habe Pouya untergetaucht in Kabul gelebt und ständig sein Quartier wechseln müssen. Pouya war freiwillig nach Kabul ausgereist. Sonst hätte dem Afghanen die Abschiebung gedroht - trotz eines laufenden Härtefallverfahrens.

Engagement an der Schauburg

Den Weg zur Rückkehr ermöglicht hat Pouya ein Vertrag der Münchner Kinder- und Jugendtheaters "Schauburg", hier soll der Flüchtling die Hauptrolle des Ali in einer Neuproduktion von Rainer Werner Fassbinders "Angst essen Seele auf" besetzen. Josef E. Köpplinger, Intendant des Staatstheaters am Gärtnerplatz, habe Pouya zudem ein Engagement in Aussicht gestellt.

Gute Aussichten, zu bleiben

Damit könnte der 33-Jährige auch über die Visumsdauer hinaus in Deutschland bleiben, so Steller, die allen Beteiligten dankte, insbesondere dem deutschen Botschafter in Kabul und dem Leiter des Goethe-Instituts Kabul, sowie der zuständigen Ausländerbehörde der Stadt München. Pouya wurde am Frankfurter Flughafen von seiner Frau und u.a. von der Pressesprecherin der Schauburg, Dagmar Schmidt, empfangen.

Der Fall Ahmad Shakib Pouya

Afghanistan ist die Heimat des ehemaligen Zahnarztes. Teile des Landes seien "sicher genug", so die Bundesregierung - auch nach dem schweren Anschlag auf das deutsche Generalkonsulat in Masar-i-Sharif im November 2016. Sechs Jahre lebte Ahmad Shakib Pouya in Deutschland, hat hier Familie und nach islamischem Recht geheiratet. Für eine Hochzeit vor einem deutschen Standesamt fehlte allerdings ein Papier. Der 33-Jährige bekam mehrere Stellenangebote, etwa von der IG Metall als Dolmetscher. Pouya, der in Deutschland geduldet war, engagierte sich ehrenamtlich, etwa in dem Flüchtlings-Opernprojekt "Zaide. eine Flucht". Zuletzt stand er am 14. Januar auf der Bühne - bei einer Aufführung von "Zaide" in der Münchner Kongresshalle. Kurz vor Weihnachten im vergangenen Jahr sollte Pouya bereits abgeschoben werden. Buchstäblich in letzter Sekunde erhielt er einen Aufschub für drei Wochen. Am 20. Januar 2017 ist er "freiwillig ausgereist". Sein Fall lag der bayerischen Härtefallkommission vor, die bis zuletzt keine Entscheidung getroffen hatte.

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