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Rettung für das European Union Youth Orchestra EU-Kommission sichert Zukunft des Orchesters

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat am Mittwoch bekanntgegeben, dass die Europäische Kommission sowohl kurz- als auch langfristige Lösungen für den Erhalt des EUYO gefunden hat. Prominente Künstler wie Dirigent Simon Rattle hatten gegen die Auflösung des European Union Youth Orchestra protestiert.

Cellistin aus dem European Youth Orchestra | Bildquelle: © Sebastian Philipp

Bildquelle: © Sebastian Philipp

Die Kommission sei stolz darauf, das Orchester seit seiner Gründung zu unterstützen, betonte der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Mittwoch in Brüssel. Erst am Dienstag - nach immer größer werdendem öffentlichen Druck - hatte die EU-Kommission die Rettung des Europäischen Jugendorchesters zur Chefsache erklärt. Drei EU-Kommissare wurden beauftragt, eine schnelle Lösung für das Finanzierungsproblem zu finden: Kulturkommissar Tibor Navracsics, Günther Oettinger, der für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft zuständig ist, und die für den Haushalt zuständige Vizekommissionspräsidentin Kristalina Georgieva.

Die Rettung des European Union Youth Orchestra

Das Ergebnis der Suche nach den Lösungen wurde nun am Mittwoch präsentiert: Um das Orchester vor dem Aus zu bewahren, soll in diesem Jahr das Programm "Kreatives Europa" aufgestockt werden. Für 2017 hat das Europäische Parlament ein Pilotprojekt zur Überbrückung vorgeschlagen. Für eine langfristige Lösung wird die Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat vorschlagen, dem Jugendorchester einen Sonderstatus im Rahmen des Programms "Kreatives Europa" einzuräumen.

Das Europäische Jugendorchester

Das European Union Youth Orchestra (EUYO) wurde 1976 gegründet, infolge eines Beschlusses des europäischen Parlaments. Bis zum Jahr 2013 fungierte es mit Unterstützung der EU als kultureller Botschafter der Europäischen Union.

Gefährdung durch neue EU-Förderungs-Richtlinien

Das European Union Youth Orchestra ist seit 40 Jahren ein Symbol der kulturellen Vielfalt Europas. Allein zwischen 2000 und 2014 hat das Orchester rund 10,5 Millionen Euro an Fördergeldern erhalten. Nach der Umstellung der EU-Richtlinien zur Kulturförderung 2014 drohte dem Orchester das Aus: Weil nur noch einzelne Projekte statt ganzer Institutionen unterstützt werden sollen, geriet die Orchesterexistenz in Gefahr. Die EU-Kommission wehrte sich erst gegen den Vorwurf, das Orchester nicht mehr zu unterstützen - und verwies auf die Chancengleichheit unter den Bewerbern um EU-Mittel.

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