BR-KLASSIK

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In eigener Sache - kein Frequenztausch BR-KLASSIK bleibt weiter auf UKW empfangbar

Der Bayerische Rundfunk hat vor dem Hintergrund jüngster Erfolge beim Ausbau von Digitalradio und der Ansprache eines jüngeren Publikums eine Neubewertung des für 2018 geplanten Frequenztauschs seiner Hörfunkwellen PULS und BR-Klassik vorgenommen. Nach eingehender Prüfung kam der BR zu dem Schluss, von dem Umstieg abzusehen.

BR-Intendant Ulrich Wilhelm | Bildquelle: BR / Andreas Müller

Bildquelle: BR / Andreas Müller

Gemäß einer Entscheidung des Rundfunkrats im Jahr 2014 sollte BR-KLASSIK eigentlich ab 2016 seine UKW-Frequenz frei machen für das Jugendprogramm PULS. Aufgrund zweier Klagen verzögerte sich der Umstieg, zuletzt war von einem Frequenztausch nicht vor Sommer 2018 die Rede gewesen.

Veränderte Rahmenbedingungen haben nun zu der heutigen Entscheidung des Rundfunkrats des Bayerischen Rundfunks geführt. So ist es gelungen, nachhaltige Erfolge bei jüngerem Publikum zu erzielen. Auch will der BR ein positives Signal in Richtung der Privatradios und Verleger senden.

BR-Intendant Ulrich Wilhelm erklärte in der heutigen Sitzung des Rundfunkrats: "Wir haben unsere Ziele - die jungen Menschen vermehrt anzusprechen und eine flächendeckende DAB+-Versorgung herzustellen - erreicht. Diese neue Situation ermöglicht uns nach sorgfältiger Abwägung aller Argumente eine Entscheidung im Sinne eines guten Miteinanders mit den privaten Radioanbietern und den Verlegern."

Bayern 3 Marktführer bei 20-29-Jährigen in Bayern

Als die Entscheidung 2014 getroffen wurde, statt BR-KLASSIK künftig PULS über UKW zu senden, drohte ein Generationenabriss über die Programmpalette des BR hinweg. Heute ist es dagegen gelungen, mit Bayern 3 in der Zielgruppe der 20- bis 29-Jährigen in Bayern Marktführer zu werden - und dies, dank der konsequenten Neuausrichtung der Wellen Bayern 1 und Bayern 3, die 2015 eingeleitet wurde und Bayern 3 in der musikalischen Ausrichtung und Ansprache wesentlich jünger gemacht hat.

Flächendeckende DAB+-Versorgung

Außerdem hat der Bayerische Rundfunk den Netzausbau von DAB+ in den vergangenen Jahren in Bayern stark vorangetrieben: Nirgendwo in der Bundesrepublik ist Digitalradio so stark wie im Freistaat, die Netzabdeckung von DAB+ hat die von BR-Klassik auf UKW erreicht, die Verbreitung von DAB+-Radios in Bayern ist bundesweit an der Spitze. Auch die Privatanbieter setzen zwischenzeitlich auf das digitale Antennenradio, das stabiler ist als UKW und ihnen eine bessere Abdeckung ermöglicht. Durch die Präsenz zahlreicher junger privater Sender auf DAB+ bietet Digitalradio im Vergleich zur Marktlage von vor vier Jahren daher heute ein deutlich interessanteres Umfeld für die junge Marke PULS, die digital, über DAB+, Satellit und Kabel sowie über Internet zu empfangen ist.

Erfolge auch für Jugendangebot "funk"

Eine weitere Neuerung ist "funk", das gemeinsame Online-Angebot von ARD und ZDF für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 29 Jahren, das im Oktober 2016 an den Start ging. Nach nur einem Jahr zählt das Content-Netzwerk bereits rund 5 Millionen Abos. Der BR liefert über PULS viele erfolgreiche Inhalte für funk zu.PULS hat sich zu einer starken Netzmarke des BR entwickelt. Der erfolgreichste Youtube Kanal des BR ist der Reportage Kanal von PULS. Im Oktober 2017 erreichte PULS auf seinen YouTube Kanälen insgesamt knapp 7 Millionen Views. Fast 70 Prozent der User sind zwischen 18 und 34 Jahre alt. Damit ist PULS auf dem richtigem Weg, junge Zielgruppen mit öffentlich-rechtlichen Inhalten zu erreichen.

Auch Matthias Fack, Vorsitzender des Programmausschusses im BR-Rundfunkrat und Präsident des Bayerischen Jugendrings, bewertet die Situation anders als 2014, als er sich für eine Verbreitung von PULS über UKW stark gemacht hatte: "Wir haben uns 2014 gegen viele Widerstände für den Umstieg eingesetzt und eine große Mehrheit dafür gewinnen können. Die damaligen Voraussetzungen haben sich inzwischen grundlegend geändert. Der BR hat es in den letzten Jahren geschafft, junge Menschen durch einen geänderten Kanal-Mix mit einem attraktiven Programm zu erreichen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk darf nicht nachlassen, sein Angebot auf ein jüngeres Publikum auszurichten."

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