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Bayern finanziert Studie Regelmäßige Corona-Tests bei Regensburger Domspatzen geplant

Was im Profifußball üblich ist, kommt nun auch auf die Regensburger Domspatzen zu. Mit Beginn des neuen Schuljahres werden die Sänger regelmäßig auf Corona getestet. Das gab Kunstminister Sibler am Freitag bekannt. Von den Ergebnissen der Studie könnte der Musikunterricht in ganz Bayern profitieren.

Die Regensburger Domspatzen in der Verkündigungsbasilika in Nazareth. | Bildquelle: BR/Eckhart Querner

Bildquelle: BR/Eckhart Querner

113.000 Euro stelle der Freistaat zur Verfügung, versprach Kunstminister Bernd Sibler am Freitag in München: Geld, das regelmäßige Corona-Tests bei den Regensburger Domspatzen ermöglichen soll. Laut der Pressemitteilung des Wissenschafts- und Kunstministeriums betrifft die Studie Schüler im Alter von 10 bis 21 Jahren und erstreckt sich über einen Zeitraum von 16 Wochen. Die Teilnahme erfolgt auf freiwilliger Basis.

Ziele der Studie

Von den Ergebnissen der Studie erhofft sich der Minister Erkenntnisse darüber, wie der Ausbruch von Corona an Schulen vermieden oder eingedämmt werden kann. "Diese Studie kann dazu beitragen, praktikable Strategien für eine sichere, effiziente und sinnvolle Testung von Schülerinnen und Schülern auf das Coronavirus zu entwickeln. Ziel ist, den Schulbetrieb künftig so gut es geht zu ermöglichen und großflächige Schulschließungen aufgrund von Corona-Infektionen zu vermeiden. Das kann uns gelingen, wenn wir Ausbrüche möglichst frühzeitig erkennen."

Diese Studie kann Modell stehen für zahlreiche andere Musikgymnasien.
Kunstminister Bernd Sibler über die regelmäßigen Corona-Tests bei den Regensburger Domspatzen

Prof. Michael Kabesch, wissenschaftlicher Leiter der Studie, erhofft sich insbesondere Erkenntnisse darüber, wie ein aktives Musikleben an den Schulen trotz Corona aufrecht erhalten werden kann. "Die Regensburger Domspatzen spielen als Chor in der Champions League und sind in der eigenen Schule mit angeschlossenem Internat und täglichen Chorproben in dieser Pandemie besonders exponiert. Hier besteht dringender Handlungsbedarf und es ist großartig, wie alle gemeinsam, von der Schule bis zu den beteiligten Ministerien zusammenarbeiten, um Lösungen zu finden."

Die Domspatzen als Vorbild für andere Schulen

Auch der Leiter der Regensburger Domspatzen, Christian Heiß, knüpft große Hoffnungen an die Reihentests. Einerseits werde dadurch die Gesundheit der Schüler gewährleistet. Zum anderen bestehe die Möglichkeit, dass die Studienergebnisse zeigen, wie trotz Corona der Proben- und Konzertbetrieb fortgesetzt werden könne. Denn: "Für uns geht es auch darum, sobald wie möglich wieder in einer sinnvollen Chorformation bei den Domgottesdiensten und auf der Konzertbühne singen zu können."

Ob sich diese Hoffnung erfüllt, wird sich erst im Herbst zeigen.

Sendung: Leporello am 24. Juli 2020 ab 16.05 Uhr auf BR-KLASSIK

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