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Premiere an der Bayerischen Staatsoper Ein neuer "Rosenkavalier" für München

Nach 50 Jahren wird die legendäre "Rosenkavalier"-Inszenierung von Otto Schenk an der Bayerischen Staatsoper abgelöst - von Barrie Kosky, der schon mit der Oper "Die schweigsame Frau" von Richard Strauss in München erfolgreich war. Am Sonntag ist Premiere - BR-KLASSIK ist live mit dabei.

Der Intendant der Komischen Oper Berlin hat sein Haus auf das Thema "Diversity" eingeschworen | Bildquelle: © Doris Spiekermann-Klaas TSP

Bildquelle: © Doris Spiekermann-Klaas TSP

Vorbericht

Strauss' "Rosenkavalier" in München

Für Komödien mit Slapstick-Elementen, die auf den Punkt gearbeitet sind, ist Barrie Kosky berühmt. Im "Rosenkavalier" von Richard Strauss steht für ihn aber auch die Zeit gleich in mehrfacher Hinsicht im Vordergrund. Einerseits natürlich im Stück, vor allem in Bezug auf die Marschallin, die über die eigene Vergänglichkeit sinniert. Andererseits aber auch in Bezug auf die Entstehung des Stücks, das im 18. Jahrhundert zur Zeit Maria Theresias spielt, das durchzogen ist von Walzer-Melodien, die im 19. Jahrhundert entstanden, und das bestimmt ist durch die psychologischen Erkenntnisse von Siegmund Freud aus dem 20. Jahrhundert.

Es gibt Tränen, im Lachen und Lachen in den Tränen.
Regisseur Barrie Kosky

Es ist eine Fantasiewelt, die Strauss und Hofmannsthal geschaffen haben, sagt Regisseur Barrie Kosky. Das bietet vielfältige Möglichkeiten für die Szene: Uhren spielen eine große Rolle. Octavian kommt zur Rosenüberreichung in einem fantastischen, mehr als opulentem Gefährt, mehr wird hier nicht verraten. Und Marlis Petersen verkörpert einen ganz neuen Frauentyp für die Marschallin.

Marlis Petersen debütiert als Marschallin

Szene aus der Oper "Der Rosenkavalier" an der Bayerischen Staatsoper, inszeniert im März 2021 von Barrie Kosky | Bildquelle: Wilfried Hösl Bildquelle: Wilfried Hösl Erinnert habe sie sich bei der Vorbereitung an ihre erste "Rosenkavalier"-Produktion in Düsseldorf, bei der Jeanne Piland die Marschallin gesungen habe, erzählt die Sängerin. Pilands Spiel beeindruckte Petersen: "Das war für mich damals so eine übergroße, frauliche und majestätische Figur - auch sie als Persönlichkeit." So müsse die Marschallin sein, dachte Petersen. Nun verlange Regisseur Kosky von ihr aber eine ganze andere Figur - eine Maschallin, "wo der Spieltrieb in der Sexualität mit Octavian" total durchkomme, so die Sängerin.

"Der Rosenkavalier" - Besetzung

Regie: Barrie Kosky
Musikalische Leitung: Vladimir Jurowski
Octavian: Samantha Hankey (Debüt)
Die Feldmarschallin: Marlis Petersen (Debüt)
Sophie: Katharina Konradi (Debüt)
Der Baron Ochs auf Lerchenau: Christof Fischesser

Der designierte Generalmusikdirektor dirigiert

Zugute kommt dem ganzen Team auch, dass sich Barrie Kosky und Vladimir Jurowski als Einheit begreifen. Sie kennen sich lange, sehen sich beide in der Tradition der Komischen Oper Berlin, namentlich von Walter Felsenstein. Und es ist ihre fünfte gemeinsame Produktion. Szenisch haben die Auflagen durch die Pandemie nur in kleinen Chorszenen Einfluss. Musikalisch ist er bedeutender, da die vorgeschriebenen Abstände mit einem großen Strauss-Orchester nicht einzuhalten sind. Deshalb wird erstmals überhaupt die Fassung von Eberhard Kloke gespielt - für Jurowski keineswegs ein Nachteil.

"Das ist so, wie sie den Rosenkavalier schon immer hören wollten, aber nie zu spielen wagten." Dirigent Vladimir Jurowski

"Der Rosenkavalier" an der Bayerischen Staatsoper - live in BR-KLASSIK

BR-KLASSIK überträgt die Premiere von Richard Strauss' "Rosenkavalier" an der Bayerischen Staatsoper am Sonntag, 21. März 2021, live im Radio ab 15.05 Uhr sowie im Video-Livestream ab 15.30 Uhr.

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