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Münchner Gasteig Stadtrat beschließt Sanierung

Der Gasteig soll nach den Plänen des Architekturbüros Henn saniert werden. Das hat der Münchner Stadtrat in einer nicht-öffentlichen Sitzung beschlossen.

Überarbeiteter Henn-Entwurf Gasteig-Gerneralsanierung | Bildquelle: © Architektur Henn / Visualisierungen MIR

Bildquelle: © Architektur Henn / Visualisierungen MIR

Der Stadtrat folgt mit seinem Beschluss den Empfehlungen der Bewertungskommission des Architekturwettbewerbs und des Aufsichtsrats des Kulturzentrums. Insgesamt standen in der letzten Runde noch drei Entwürfe zur Auswahl. Bereits im Vorfeld hatten die beiden unterlegenen Architekturbüros Wulf aus Stuttgart und Auer Weber aus München angekündigt, die Vergabekammer der Regierung von Oberbayern anrufen und die Vergabe überprüfen lassen zu wollen, sollte das Stadtratsvotum zugunsten des Büros Henn ausfallen.

Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe?

Die Architekten befürchten Unregelmäßigkeiten: es könnte derjenige Entwurf ausgewählt worden sein, dem die ursprünglichen Architekten des Gasteigs möglicherweise am ehesten zustimmen könnten. Der Münchner Gasteig wurde zwischen 1978 und 1985 nach Plänen der Architektengemeinschaft Raue, Rollenhagen und Lindemann errichtet. Bei ihnen liegt das Urheberrecht. Vor einigen Wochen hatte einer von ihnen, Eike Rollenhagen, in einer Denkschrift benannt, was ihm im Zusammenhang mit einer Sanierung wichtig sei.

Der Süddeutschen Zeitung sagte er: "Ich lege Wert darauf, dass aus der Sanierung kein Umbau wird. Ich bin gegen eine Neuerfindung des Gasteigs und würde dagegen vielleicht auch urheberrechtlich vorgehen. Das Kulturzentrum darf nur ertüchtigt, aber nicht grundlegend verändert werden."

Architektonisches Markenzeichen

Das beauftragte Architekturbüro aus München will die trutzige rote Ziegelfassade mit einem breiten Fenster-Band auflockern. Hier entstehe ein architektonisches Markenzeichen, das weit über Münchens Grenzen hinaus strahlen werde, sagte Gasteig-Geschäftsführer Max Wagner nach der Entscheidung. Der 1985 fertiggestellte Bau soll ab 2021 für bis zu 450 Millionen Euro umfassend saniert werden.

Sendung: "Leporello" am 24. Oktober 2018 ab 16:05 auf BR-KLASSIK

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