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Verträge an Musikhochschulen auf dem Prüfstand Lehrbeauftragte wollen streiken

Als billige Arbeitskräfte werden Lehrbeauftragte an Musikhochschulen oft mehr beschäftigt als offiziell erlaubt. Sie selbst machen dabei mit. Nun droht eine Überprüfung der Arbeitsverhältnisse. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wollen die Lehrbeauftragten darauf mit Streik reagieren.

Schild der Musikhochschule München | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Bildquelle: picture-alliance/dpa

Lehrbeauftragte haben es an Musikhochschulen nicht leicht: keine Urlaubs- und Krankengeld, keine Altersvorsorge, kein Kündigungsschutz. Die finanzielle Situation ist prekär. Offiziell dürfen Lehraufträge nur als Nebenjob vergeben werden. Der ursprüngliche Gedanke war, dadurch den Musikern die Möglichkeit zu geben, beispielweise einem Hauptberuf als Orchestermusiker nachzugehen und sich an der Musikhochschule ein Zubrot zu verdienen. Die Realität sieht jedoch häufig anders aus.

Gesetze werden nicht eingehalten

Die Vorschriften sehen vor, dass Lehrbeauftragte nicht mehr als neun Stunden an Musikhochschulen unterrichten dürfen - bei Lehramtsstudenten dürfen es bis zu zwölf Stunden sein. Soweit die gesetzliche Regelung. Doch in Wahrheit haben viele Lehrbeauftragte kein zweites Standbein und sind finanziell von den Lehraufträgen vollkommen abhängig. Die Musikhochschulen ihrerseits setzen die schlechtbezahlten Lehrbeauftragten häufig dort ein, wo es an Professoren mangelt. Deshalb arbeiten diese oft mehr als die erlaubte Stundenzahl.

Überprüfung löst Existenzängste aus

Was bislang in beidseitigem Einvernehmen so gehandhabt wurde, könnte nun zum Problem werden. Denn es droht eine offizielle Überprüfung, ob die Vorschriften bei den Arbeitsverhältnissen eingehalten wurden. Da dies in vielen Fällen nicht der Fall ist, sind die Lehrbeauftragten nun besorgt. Um auf ihre schwierige Situation aufmerksam zu machen, wollen sie ab dem 13. November in Streik treten. Lehrbeauftragte in ganz Bayern wollen sich daran beteiligen - sowohl die von den Musikhochschulen als auch die Lehrbeauftragten für Musik an den Universitäten. Wie die Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (BKLM) mitteilt, wird es zum Auftakt des Streiks eine Demonstration geben. Die Lehrbeauftragten wollen mit ihren Instrumenten von der Arcisstraße, in der sich die Münchner Musikhochschule befindet, vor den Landtag ziehen. Der Streik soll zwei Wochen dauern.

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