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Wettbewerb um Münchner Konzertsaal Architekt Stephan Braunfels will vor Gericht

Stephan Braunfels ist beim Architektenwettbewerb um den neuen Konzertsaal in München ausgeschieden. Die Entscheidung will er nicht hinnehmen. Er bezeichnet das Verfahren als "Skandal" und will nun klagen.

Hier könnte einer neuer Konzertsaal in München entstehen | Bildquelle: steidle architekten/bfg

Bildquelle: steidle architekten/bfg

Der Architekt Stephan Braunfels will gegen das Verfahren klagen, mit dem der Freistaat Bayern eine Vorauswahl von Architekturbüros für den Planungswettbewerb um den Münchner Konzertsaal getroffen hat. 35 Büros haben es in die Endrunde geschafft. Das entspricht der Höchstzahl der in der Wettbewerbsbekanntmachung festgelegten Bewerbern. Davon waren sechs bekannte Büros schon vorab bestimmt und öffentlich bekanntgegeben worden. Die übrigen 29 Bewerber wurden nun über ein Punktesystem vom Staatlichen Bauamt München ausgewählt, das den Freistaat vertritt.

Braunfels bezeichnet Verfahren als "Skandal"

Diese Entscheidung will Braunfels nun gerichtlich anfechten. Er beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Thema Konzertsaal für München und hat sich in den letzten Jahren auch in die Frage nach einem möglichen Standort eingebracht. Dass er nun beim Planungswettbewerb für den neuen Konzertsaal im Kunstpark Ost in der Vorrunde ausgeschieden ist, will er nicht hinnehmen. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, bezeichnete Braunfels das Verfahren als "Skandal". "Das sehen wir nicht so", so Fachpreisrichter und Leiter des Staatlichen Bauamts München Kurt Bachmann gegenüber BR-KLASSIK. "Uns hat ein unabhängiges Gremium beraten. Außerdem ist der Wettbewerb auf großes Interesse gestoßen. Da ist nichts Ehrenrühriges dabei, wenn man nicht unter den Ersten ist."

Insgesamt hat Stephan Braunfels 260 von 300 möglichen Punkten erreicht. Damit liegt er auf Platz 21. "Er liegt nicht weit hinter den Büros, die ausgewählt wurden", so Bachmann. Qualifizieren können hätten sich lediglich Bewerber bis zu Rang 13, wobei es mehrere Doppelt- und Dreifachbelegungen von Punktezahlen gab. Die Referenzen, die Braunfels nachweisen konnten, hätten weder in technischer noch im planerisch-gestalterischer Hinsicht die maximale Punktezahl erreicht.

Immer wieder Streitigkeiten mit Braunfels

Braunfels ist bereits in der Vergangenheit mehrfach vor Gericht gezogen. So gab es schon in Zusammenhang mit der Pinakothek der Moderne Uneinigkeiten mit dem Freistaat Bayern. Auch wegen des von Braunfels erbauten Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses in Berlin liegt er mit dem Bund im Clinch - jetzt geht es also um den Münchner Konzertsaal. "Wenn man uns einen Fehler nachweist, könnte es sein, dass wir das neu bewerten müssen", sagt Kurt Bachmann vom Staatlichen Bauamt München und fügt hinzu: "Wobei ich nicht davon ausgehe, dass die Kollegen da etwas falsch gemacht haben."

Wettbewerbsergebnisse im Mai 2017

Die ausgewählten Bewerber für den Planungswettbewerb um den Münchner Konzertsaal haben nun bis zum März 2017 Zeit, ihre Vorschläge einzureichen. Mitte Mai will die Jury dann die Preisgerichtssitzung abhalten. Wie das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst mitteilte, wurden die Namen der neu ausgewählten 29 Büros auf Wunsch der Fachpreisrichter nicht genannt, um eine mögliche Voreingenommenheit der Jurymitglieder zu verhindern. Bekannt sind damit nur die sechs bereits zuvor gesetzten Büros.

Kommentare (1)

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Donnerstag, 24.November, 00:36 Uhr

Manfred Hermann

Braunfels schon immer überbewertet

Das Herr Braunfels mit einem unerschütterlichen Ego ausgestattet ist weder eine Neuigkeit, noch ist auf Besserung zu hoffen, aber zum Glück interessiert es auch eigentlich keinen. Zudem war Braunfels hauptsächlich im Gespräch, wenn er wieder ein grandioses Projekt in Architektur und Städtebau verhindert hat. Seine Haltung ist für die internationale Einschätzung, dass sich Architektur in Deutschland seit 100 Jahren nicht weiterentwickelt hat maßgeblich schuldig. Steinfassaden von ewiggestrigen hat München zudem schon genug. Da hat München schon mal Glück gehabt.

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