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Trumps Amtseinführung The Piano Guys verteidigen ihren Auftritt

Auftreten für Trump? Für viele Stars undenkbar. Für den künftigen US-Präsidenten wurde die Suche nach Küstlern für seine Amtseinführung zur Blamage. Immerhin: Zugesagt haben u.a. The Piano Guys, trotz Fan-Protesten.

The Piano Guys | Bildquelle: PR

Bildquelle: PR

Am Freitag wird Donald Trump als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Die Festlichkeiten rund um die Amtseinführung werden üblicherweise von den Auftritten berühmter Musiker umrahmt. Für Trumps Vorgänger Barack Obama traten 2009 am Lincoln Memorial Stars wie Aretha Franklin, Beyoncé, Bruce Springsteen und Stevie Wonder auf. Auch bei Trumps Amtseinführung wird es ein künstlerisches Rahmenprogramm geben, allerdings ohne Superstars. Reihenweise haben Künstler wie Elton John, die Beach Boys, die Dixie Chicks oder der italienische Tenor Andrea Bocelli abgesagt.

Dabei sind allerdings The Piano Guys, die besonders für ihre Crossover-Musikvideos auf Youtube bekannt sind. Die Gruppe wird am Tag vor der Amtseinführung bei der "Make America Great Again Welcome Celebration" für Trump am Lincoln Memorial spielen. Für ihre Zusage haben die Künstler den Protest ihrer Anhänger zu spüren bekommen. Auf Twitter schrieben enttäuschte Fans Nachrichten wie:
"Habe in den Nachrichten gesehen, dass The Piano Guys für Trump spielen. Werde jetzt alles löschen, was ich von ihnen auf meinem Smartphone habe."
"Ich werde künftig nicht mehr eure Musik hören oder kaufen, weil ihr Trump feiert."
"Ich bin schwer enttäuscht, dass The Piano Guys Trump unterstützen durch ihren Auftritt. Ich habe eure wunderschöne Musik geliebt."

Wir treten nicht für die Politik auf oder um eine einzelne Person zu unterstützen.
The Piano Guys

US-Musikgruppe The Piano Guys | Bildquelle: picture-alliance/dpa Bildquelle: picture-alliance/dpa Die vier Künstler verteidigten den Auftritt in ihrem Blog unter anderem damit, dass ihr Bestreben als Musiker immer gewesen sei, Hoffnung, Liebe und Freude durch die eigene Musik zu verbreiten und dass sie die Einladung zu Trumps Amtseinführung auch unter diesem Aspekt angenommen hätten. Sie fühlten sich geehrt, bei einer solchen Gelegenheit spielen zu können, egal wer vereidigt werde. "Wir streben danach, alle wichtigen Entscheidungen nach gründlicher Gewissenserforschung und Gebeten zu treffen. Wir haben ganz stark gespürt, dass wir diese Einladung annehmen müssen."

Die vier Künstler gehören der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage an - besser bekannt als Mormonen. Weltweit hat die christliche Glaubensgemeinschaft, die vor allem für ihre intensive Missionstätigkeit bekannt ist, mehr als 15 Millionen Anhänger. Die meisten davon leben in den USA.

Casting-Show-Talent singt Nationalhymne

Neben The Piano Guys treten beim Willkommenskonzert am Donnerstagabend außerdem die Country-Sänger Toby Keith und Lee Greenwood auf. Bei der Vereidigungszeremonie am Freitag singt die 16-jährige Jackie Evancho die Nationalhymne. Sie hatte bei der Casting-Show "America's Got Talent" 2010 den zweiten Platz geholt. Des Weiteren tritt der Chor der National Cathedral in Washington auf, allerdings nicht geschlosen. Einige Mitglieder weigern sich, für den künftigen US-Präsidenten zu singen.

Mormonenchor kommt, aber nicht vollzählig

Auch einige Sänger des Mormon Tabernacle Choir - ein 360 Männer und Frauen zählender religiöser Chor aus Utah, boykottieren einen Auftritt für Trump. Mindestens ein Mitglied trat aus Protest bislang aus. "Ich könnte nie wieder in den Spiegel schauen", erklärte Jan Chamberlin, die fünf Jahre in dem Chor gesungen hatte. Ihr sei klar, dass der Chor sich um politische Neutralität bemühe, "aber ich weiß auch, dass es von außen so wirken wird, als ob der Chor Tyrannei und Faschismus unterstützt, indem er für diesen Mann singt."

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