BR-KLASSIK

Inhalt

Bregenzer Festspiele Umberto Giordano "Siberia"

Umberto Giordano | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Die Handlung ist irgendwo zwischen Tolstois "Auferstehung", Verdis "La Traviata" und Schostakowitschs "Lady Macbeth von Mzensk" angesiedelt: Die St. Petersburger Edelkurtisane Stephana verliebt sich in den jungen Leutnant Vassili. Als dieser ihren fürstlichen Gönner aus Eifersucht tötet, folgt sie ihm ins sibirische Straflager. Dort entwickelt sie sich zur unerschütterlichen Kämpferin gegen Ungerechtigkeit und plant die gemeinsame Flucht. Ob sie gelingt, wird hier nicht verraten - wohl aber, dass es sich bei Umberto Giordanos "Siberia" um eine packende Oper im Stil des Verismo handelt. Im Zentrum steht die charakterliche Verwandlung der Protagonistin, unterstrichen durch die Übertitelung der drei Akte mit "Die Frau", "Die Liebhaberin" und "Die Heroine". Außerdem gibt es eine imposante Chorpartie und viel russisches Kolorit von der Zarenhymne bis zum volkstümlichen Lied der Wolgaschlepper. Während Giordanos Revolutionsoper "Andrea Chénier" nie ganz von den Spielplänen verschwand, konnte sich "Siberia" nach der Mailänder Uraufführung 1903 nicht durchsetzen und erlebt nun bei den Bregenzer Festspielen eine veritable Wiederauferstehung. Freilich nicht auf der Seebühne, die mit spektakulären Inszenierungen bekannter Opern lockt, sondern im Festspielhaus, das traditionell mit lohnenswerten Raritäten aufwartet. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

    AV-Player