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Das CD-Label des Bayerischen Rundfunks

Ivan Repušić dirigiert Igor Kuljeric: Kroatisches glagolitisches Requiem

Der kroatische Komponist Igor Kuljerić vereint in seinem „Kroatischen glagolitischen Requiem“ die Struktur der römisch-katholischen Totenliturgie mit der altkirchlichen Tradition des östlichen Mittelmeerraums, wie er in der so genannten Glagolitza, der ältesten slawischen Schrift, überliefert wird. Die Aufnahme wurde im September 2020 mit dem Crescendo Découverte ausgezeichnet.

Igor Kuleric: Kroatisches glagolitisches Requiem | Bildquelle: BR

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Daran, dass die Musik des kroatischen Komponisten und Dirigenten Igor Kuljerić (1938–2006) außerhalb der Grenzen seines Heimatlandes noch nicht weiter bekannt ist, dürfte die vorliegende Aufnahme einiges ändern: Bei dem 1995/1996 entstandenen Kroatischen glagolitischen Requiem, das seine Uraufführung im Juli 1996 im kroatischen Zadar mit Chor und Symphonieorchester des Kroatischen Rundfunks unter Leitung des Komponisten erlebte, handelt es sich um ein ebenso eindrucksvolles wie ergreifendes Beispiel zeitgenössischer geistlicher Musik.

Das Requiem entstand, so Kuljerić, „aus dem tiefen Wunsch, etwas zum Klingen zu bringen, das ich schon in meiner Jugend gehört und von da an in mir getragen habe, als die glagolitischen Riten ein wundersames Echo in mir fanden“. Die Kirchenmusik der mehrheitlich katholischen Kroaten, die ihre Gottesdienste schon seit dem Mittelalter in ihrer Landessprache feiern durften, geht auf mündlich weitergegebene Melodien zurück, die auch Einflüsse aus der Volksmusik aufweisen. Kuljerić hat sich mehrfach mit dieser Tradition auseinandergesetzt. Sein Glagolitisches Requiem ist gleichsam ein symbolhaft aufgeladenes musikalisches Bekenntnis zur Kulturnation – geschrieben zu einer Zeit, in der Kroatien den Schlussstrich unter einen blutigen Unabhängigkeitskrieg setzen konnte. Ein Requiem in einer Zeit, in der Trauerarbeit in Kroatiens Bevölkerung zum Alltag gehört haben dürfte.

Vertont sind Gesänge der Glagoliza, der ersten slawischen Schrift. Glockenklänge und psalmodierende Chöre sorgen bereits im Introitus für eine sakrale Grundstimmung, ein tief empfundenes musikalisches Totengebet. Mystische Klangfarben schaffen neben den Glocken Harfe, Orgel und Vibrafon. In sechs Abschnitten vertont Kuljerić die üblichen Teile der Totenmesse. – Die große Kraft der suggestiven Bildersprache seiner Komposition fand großen Zuspruch; das Werk erlebte nach seiner Premiere verschiedene weitere Aufführungen und wurde als „herausragendste Leistung der zeitgenössischen Musik des Jahres 1996“ ausgezeichnet.

Auch die Münchner Aufführung vom 14. Februar 2020, eine Kooperation mit der Stadt Zagreb, der Konzerthalle Vatroslav Lisinski, mit dem Kulturministerium der Republik Kroatien und dem Bayerischen Rundfunk, fesselte das Publikum und wurde von der Fachkritik begeistert aufgenommen. Diese Aufnahme ist bei BR-KLASSIK nun als CD veröffentlicht.

Zusätzlich enthält die CD eine Aufnahme der Himna Slobodi (Hymne an die Freiheit, auch Friedenshymnus) des kroatischen Komponisten Jakov Gotovac (1895–1982) auf einen Text des Barockdichters Ivan Gundulić. Die Studioaufnahme mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks und dem Münchner Rundfunkorchester unter Leitung von Ivan Repušić entstand im Januar/Februar 2019.

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Igor Kuljerić: Kroatisches glagolitisches Requiem (Hrvatski glagoljaški rekvijem)
Jakov Gotovac: Himna Slobodi (Bonustrack)

Kristina Kolar
(Sopran)
Annika Schlicht
(Mezzosopran)
Eric Laporte
(Tenor)
Ljubomir Puškarić
(Bariton)

Chor des Bayerischen Rundfunks

Michael Gläser, Einstudierung (Igor Kuljerić)
Yuval Weinberg, Einstudierung (Jakov Gotovac)

Münchner Rundfunkorchester
Ivan Repušić, Leitung

BR-KLASSIK CD 900331
Total Time: 61'20 min.

Erhältlich im Handel und im BRshop

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