BR-KLASSIK

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Sonntag, 21.01.2018

10:15 bis 11:00 Uhr

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Dirigent Mariss Jansons | Bildquelle: © Peter Meisel

Bildquelle: © Peter Meisel

BR-KLASSIK: Jansons dirigiert Hummel und Strawinsky

"Symphony in Three Movements" und Trompetenkonzert E-Dur

Martin Angerer, Solotrompeter im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, spielt das beliebte E-Dur Trompetenkonzert von Johann Nepomuk Hummel. Außerdem dirigiert Mariss Jansons die „Symphony in Three Movements“ von Igor Strawinsky in der Philharmonie im Gasteig.

Mitwirkende

 
Dirigent Mariss Jansons
Redaktion Peter Fohrwikl
Joseph Haydns Nachfolger an Esterhazys Hof war Johann Nepomuk Hummel, der seinerzeit gefeierter Pianist war und ein umfangreiches, vielfältiges Oeuvre hinterlassen hat. Die Wiener Musikkritik machte ihn zum Antipoden Beethovens, zwei gespaltene Lager verteidigten ihren jeweiligen Günstling. Doch beide verband eine freundschaftliche Beziehung, sofern dies mit dem mürrischen, argwöhnischen Ertaubten möglich war.

Zu einem letzten Besuch kam es nicht, Hummel konnte nur noch an Beethovens Beerdigung teilnehmen. In die Lebenszeit Hummels fiel auch die Erfindung der Klappentrompete, ein Vorläufer der Ventiltrompete, die in Weiterentwicklungen bis heute verwendet wird. Diese Neuerung bot dem vorher nur „fanfarenartig“ einsetzbaren Instrument ganz neue Möglichkeiten: ausgefeilte Kantilenen, chromatische Melodien.

Dies nutzten Hummel und einige seine Zeitgenossen und komponierten anspruchsvolle Werke für die Trompete. Wie das E-Dur Trompetenkonzert, mit dem sich Hummel ein bleibendes musikalisches Monument geschaffen hat. Besonders der 3. Satz ist ein Feuerwerk der Virtuosität und verlangt dem Solisten all sein Können ab. Kaum zu glauben: Martin Angerer, Solotrompeter im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, spielt in dieser Aufführung das Werk zum ersten Mal in seiner Karriere. Für ihn enthält das Konzert „den schönsten zweiten Satz der gesamten Literatur. Er nimmt mich so mit, dass mir immer die Tränen kommen“.

Ab Ende der 1930er-Jahre widmete sich Igor Strawinsky vermehrt den großen „Klassikern“ Haydn und Beethoven. Deshalb wird diese Schaffensperiode als „Neoklassizismus“ bezeichnet. In diese Phase fällt auch seine „Symphony in Three Movements“. Für das New York Symphony Orchestra geschrieben, hat sie eigentlich kein Programm. Doch nimmt sie klar Bezug auf die Schrecken des 2. Weltkriegs, der gerade zu Ende gegangen war.

Zur Uraufführung 1946 in der Carnegie Hall schrieb Strawinsky selbst, es sei möglich, „dass der Eindruck unserer schwierigen Zeit mit ihren heftigen und wechselnden Ereignissen, ihrer Verzweiflung und Hoffnung, ihrer unausgesetzten Peinigung, ihrer Spannung und schließlich ihrer Entspannung und Erleichterung Spuren in dieser Symphonie hinterlassen hat.“

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