BR-KLASSIK

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Sonntag, 14.07.2019

20:15 bis 21:40 Uhr

ARD-alpha

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Bildquelle: BR/Foto Sessner

BR-KLASSIK: Lorin Maazel dirigiert Richard Strauss

Der Bürger als Edelmann, Konzert für Horn und Orchester Nr. 2, Don Juan

Das Symphonieorchester des BR spielt Richard Strauss: "Der Bürger als Edelmann" Orchestersuite opus 60, Konzert für Horn und Orchester Nr. 2 Es-Dur, "Don Juan" Tondichtung für großes Orchester opus 20. Aufzeichnung aus dem Herkulessaal der Residenz in München vom Juni 1999

Mitwirkende

 
Redaktion Mechthild Albus
Die ersten bedeutenden Komponisten von Richard Strauss waren symphonische Dichtungen. Werke wie etwa Don Juan, Tod und Verklärung oder Till Eulenspiegel, die in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts entstanden. Unter dem Eindruck von Richard Wagners Werk wandte sich Strauss danach der Oper zu und schuf mit Salome, Elektra und dem Rosenkavalier auch auf diesem Gebiet drei Meisterwerke, die beiden letzteren in Zusammenarbeit mit Hugo von Hofmannsthal als Librettisten. Im Jahre 1911 entwarfen Hofmannsthal und Strauss den Plan einer weiteren gemeinsamen Oper, diesmal über den Stoff von Molières Komödie "Le Bourgeois Gentilhomme". Doch das aufklärerische Sujet von Moliéres Stück, das mit der Figur des Bürgers Jourdain einen Pariser Neureichen parodiert, der die Umgangsformen der Aristokratie sich anzueignen versucht, erwies sich für Strauss als Opernvorlage ungeeignet. Nach vielen Entwürfen und Änderungen entstand schließlich im Jahre 1920 die 9-sätzige Orchestersuite "Der Bürger als Edelmann", ein Werk, das der Komponist selbst als "Meisterstück, das mir so bald keiner nachmacht" einschätzte und dem er ein "recht erfolgreiches Weiterleben" prophezeite. Von Richard Straussens zahlreichen Konzerten für Soloinstrumente mit Orchesterbegleitung erfreuen sich vor allem seine beiden Hornkonzerte größerer Beliebtheit. Das Konzert für Horn und Orchester Nr. 2 Es-Dur hat Strauss, fast 80jährig, im Jahre 1942 komponiert und ebenso wie das erste Hornkonzert seinem Vater gewidmet, der Solohornist der Königlich bayerischen Hofkapelle in München war. Ursprünglich sollte das Spätwerk nur einmal, im Rahmen einer Erinnerungsfeier an den Vater, aufgeführt werden, denn der Komponist maß ihm selbst nur die Bedeutung einer "Handgelenksübung" zu, "damit das vom Taktstock befreite rechte Handgelenk nicht vorzeitig einschläft...". Doch nach dem großen Erfolg der Uraufführung bei den Salzburger Festspielen 1943 mit Gottfried von Freiberg als Solist und den Wiener Philharmonikern unter Karl Böhm wurde das Werk zu einem der beliebtesten Konzerte für Horn überhaupt und gilt bis heute als große Herausforderung für jeden Hornisten. Den Solopart in der Aufführung mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Lorin Maazel spielt Johannes Ritzkowsky, Solohornist des Orchesters. Nach den Proben zur Uraufführung seines Don Juans, der symphonischen Tondichtung für großes Orchester über ein Dramenfragment von Nikolaus Lenau schrieb Richard Strauss: "Gestern hielt ich die erste Probe zu Don Juan. Derselbe macht sich ganz ausgezeichnet, ich habe zu meiner Freude ersehen, dass ich wieder Fortschritte in der Instrumentation gemacht habe, alles klingt famos und kommt prächtig heraus, wenn es auch scheußlich schwer ist. Die armen Hornisten und Trompeter taten mir wirklich leid. Die bliesen sich ganz blau. Das ganze Orchester pustete und keuchte, machte aber seine Sache famos." Nicht nur in der Instrumentation, auch im Hinblick auf seine formale Konzeption erweist sich das Werk, das den klassischen Frauenhelden mit zwei prägnanten, mehrfach variierten Themen charakterisiert, als höchst originell und zukunftsweisend.

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