BR-KLASSIK

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Sonntag, 06.12.2020

23:30 bis 00:15 Uhr

ARD-alpha

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Bildquelle: BR

40 Jahre BR-KLASSIK Jonas Kaufmann singt deutsche Arien

Einige Jahre war Tenor Jonas Kaufmann am Opernhaus Zürich, bevor er von London, Paris, Mailand, Salzburg und Wien - und schließlich auch von seiner Geburtsstadt München entdeckt wurde. Bei seinem Konzert 2010 mit dem Münchner Rundfunkorchester in der Philharmonie im Münchner Gasteig hat er auf eindrucksvolle Weise bestätigt, dass er über seinen Tamino noch nicht hinaus- und in Wagners wichtigste Partien schon längst hineingewachsen ist.

Mitwirkende

 
Dirigent Michael Güttler
Redaktion Beate Sampson
Ein paar Jahre lang war der Tenor Jonas Kaufmann Ensemblemitglied am Opernhaus Zürich, bevor er von London, Paris, Mailand, Salzburg und Wien - und schließlich doch noch von seiner Geburtsstadt München entdeckt wurde. Einem Galakonzert und einem Liederabend folgte der Lohengrin-Triumph bei den Münchner Opernfestspielen 2009. Als Mozart-Tenor hat Kaufmann angefangen - ohne je wie ein deutscher Mozart-Tenor zu klingen: sein glutvolles, dunkles Timbre, die baritonale Färbung seiner Stimme und seine perfekte Idiomatik machen ihn zum idealen Vertreter des italienischen und französischen Repertoires. Auf den großen Bühnen der Welt feiert man den charismatischen Sänger inzwischen als Cavaradossi, Don José und Werther. Und doch lockt ihn natürlich das schwerere deutsche Fach: Mit Parsifal, Stolzing und Siegmund hat er sich schon vorgestellt. Bei seinem Konzert mit dem Münchner Rundfunkorchester in der Philharmonie im Münchner Gasteig hat er auf eindrucksvolle Weise bestätigt, dass er über seinen Tamino noch nicht hinaus- und in Wagners wichtigste Partien schon längst hineingewachsen ist.

„Das älteste, echteste und schönste Organ der Musik, das Organ, dem unsere Musik allein ihr Dasein verdankt, ist die menschliche Stimme.“ So enthusiastisch äußerte sich Richard Wagner zum Gesang. Und tatsächlich ist der menschlichen Singstimme eine Wahrhaftigkeit gegeben, die unmittelbar Emotionen freisetzt, bewegt und anrührt. Im wahrsten Sinne des Wortes spricht die Vokalmusik direkter an, als es Instrumenten möglich ist. Dies liegt nicht nur am mitgeteilten Text, an den gesungenen Worten. Es liegt auch am besonderen Klang. Die Faszination der Stimme inspirierte Komponisten aller Epochen und Nationalitäten. Ludwig van Beethoven durchbrach sogar das eigentlich rein instrumentale Konzept der Symphonie, indem er in seiner „Neunten“ Chor und Solisten das berühmte „Freude schöner Götterfunken“ anstimmen ließ. Sein Mitteilungsbedürfnis hatte eine Größe und Bedeutung erreicht, der er ohne den Gesang nicht gerecht werden konnte.

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