BR-KLASSIK

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Sonntag, 17.10.2021

21:45 bis 22:40 Uhr

ARD alpha

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Dirigent Valery Gergiev. | Bildquelle: BR/Reinhard Winkler

Bildquelle: BR/Reinhard Winkler

BR-KLASSIK: Anton Bruckner

Das verkannte Genie

„Anton Bruckner – Das verkannte Genie“ ist die erste eingehende Dokumentation über einen Komponisten, der lange Zeit verachtet war und erst nach seinem Tod Anerkennung fand. Inzwischen gehört der oberösterreichische Komponist zu den wegweisendsten Komponisten, der die Musikgeschichte bis ins 20. Jhd. maßgeblich beeinflusst hat. Der Regisseur Reiner E. Moritz begibt sich auf eine Spurensuche zu den wichtigsten Orten in Bruckners Leben.

Mitwirkende

 
Drehbuch Reiner E. Moritz
Redaktion Beate Sampson
Anton Bruckner gilt heute als einer der größten und fantasievollsten Komponisten seiner Zeit. Diese Anerkennung wurde ihm Zeit jedoch seines Lebens nicht zuteil. Von seinen Zeitgenossen wurde der Komponist lange Zeit verachtet und erst nach seinem Tod offenbarte sich, dass Anton Bruckner eigentlich ein Genie der Töne war.
Reiner E. Moritz begibt sich in seiner Dokumentation, der ersten, die sich intensiv mit dem Komponisten auseinandersetzt, auf eine filmische Spurensuche und spürt dem einst verkannten Genie an den Orten nach, an denen er gelebt und gewirkt hat. Ausgehend von St. Florian, wo Bruckner entscheidende Lebensjahre verbracht hat und nicht zuletzt in der Stiftsbasilika unter der Orgel begraben liegt, geht es an seinen Geburtsort Ansfelden, nach Windhaag und Kronstorf, wo er seine ersten Dienststellen aufnahm. Anschließend über Linz, wo er einst die Liedertafel Frohsinn geleitet hat, die noch heute als Linzer Singakademie existiert bis hin nach Wien, wo Bruckner einst in der Piaristenkirche an der Orgel improvisierte. Auch seine Zeit in Bayreuth wird thematisiert. Mit Hilfe von Archivmaterial gewinnen wir einen Einblick in die Pariser Notre Dame in Paris sowie die Londoner Royal Albert Hall. Durch Größen wie Valery Gergiev, Kent Nagano und Sir Simon Rattle erwacht Bruckners sinfonisches Werk noch einmal zum Leben. Anhand seiner Musik wird von den Höhen und Tiefen seines Lebens erzählt. Zusätzlich gibt die Aufnahme des kompletten Bruckner Zyklus mit Valery Gergiev am Pult der Münchner Philharmoniker eine einmalige Möglichkeit, Ausschnitte all seiner Sinfonien aus einer Hand zu erhalten und im Rahmen der umfangreichen Dokumentation zu verwenden.
Wissenschaftler wie der Herausgeber der neuen Anton Bruckner Gesamtausgabe Prof. Dr. Paul Hawkshaw, der Leiter der Bruckner Society of America John Berky, die Biografin Dr. Elisabeth Maier sowie Musikwissenschaftlerin und Mitherausgeberin des Bruckner-Lexikons Dr. Andrea Harrandt kommen ebenso zu Wort wie die Organisten Prof. Martin Haselböck, Andreas Etlinger und Bernhard Prammer, die zudem an der Orgel improvisieren und uns an Bruckners Werk teilhaben lassen.
Als Sprecher für den Film konnte der einzigartige und unverkennbare Schauspieler Cornelius Obonya gewonnen werden. Durch die charmant vorgetragenen Passagen, in denen Obonya immer wieder unterschiedliche Kritiken an den Werken Bruckners darlegt, wird der Film aufgelockert. Das Bild eines kontrovers diskutierten Komponisten wird damit verdeutlicht.
Diese Dokumentation ist ein filmisch noch nie dagewesenes Gesamtwerk über Anton Bruckner, der die Vorurteile gegenüber seinem künstlerischen Schaffen auszuräumen versucht und dem Komponisten die gebührende Anerkennung verleiht, die er verdient hat.

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