BR-KLASSIK

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Sonntag, 07.08.2022

21:45 bis 22:50 Uhr

ARD alpha

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Lorin Maazel dirigiert | Bildquelle: BR

Bildquelle: BR

BR-KLASSIK: Lorin Maazel dirigiert

Gustav Mahler: Symphonie Nr. 4 G-dur

Opern- und Konzertmitschnitte, Musiker-Porträts, Musik der Gegenwart oder Jazzproduktionen: BR Fernsehen und ARD alpha bieten Ihnen Woche für Woche Highlights - nicht nur - der klassischen Musik.

Mitwirkende

 
Dirigent Lorin Maazel
Redaktion Beate Sampson
Nach dem großen Erfolg seiner Beethoven, Brahms, Schubert und Bruckner gewidmeten Symphoniezyklen in den Jahren 1997 bis 2001 gab Lorin Maazel, der Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, im Frühjahr dieses Jahres den Liebhabern klassischer Musik Gelegenheit, das symphonische Gesamtwerk von Gustav Mahler kennen zu lernen.
Mahlers um die Wende zum 20. Jahrhundert entstandene Symphonik ist spätromantisch-subjektive Weltanschauungsmusik. "Symphonie heißt mir eben", so Mahler selbst, "mit allen Mitteln der vorhandenen Technik eine Welt aufbauen". Eine musikalische Welt, die von Leid, Tragik, Ungerechtigkeit und Ironie, aber auch von Glücksmomenten des menschlichen Lebens erzählt, wie sie auch in der "Volkstonpoesie" der frühromantischen Gedichte-Sammlung "Des Knaben Wunderhorn" zum Ausdruck kommen. Einige Gedichte dieser Sammlung hat Mahler in den 90-er Jahren zu Klavier- und Orchesterliedern vertont, die er dann teilweise auch in seine Symphonien integrierte.
Die 4. Symphonie in G-dur, die Mahler 1901 in München selbst zur Uraufführung brachte, ist die letzte seiner drei "Wunderhorn-Symphonien". Das viersätzige Werk, für dessen Finalsatz der Komponist sein neun Jahre zuvor entstandenes Wunderhornlied "Das himmlische Leben" heranzog, weist einerseits einen überraschend einfachen, ja kindlich-naiven Grundton auf; andererseits offenbart das Werk einen ständigen Wechsel der Ausdruckscharaktere, ein Nebeneinander von unbeschwerter Heiterkeit, (weithin im 1. Satz), Grimmigkeit und Trotz (2. Satz), tiefem Ernst (3. Satz) und schalkhafter Ironie, mit der Mahler allegorisch das immergleiche "Auf und Ab" des menschlichen Lebens musikalisch zu umschreiben suchte. Als dessen Gegenbild erscheint dann am Ende das "himmlische Leben". Dieses ist jedoch wie schon in den Versen des Wunderhorn-Gedichts aus kindlich-naiver Sicht geschildert. "Es ist das Kind" - so Mahler selbst in einer überlieferten Äußerung - "das im Finale erklärt, wie alles, was sich zuvor ereignet hat, gemeint sei." Kindheit, Naivität und Glaube als Gegenentwurf zu Leid, Neid und Schicksalsschlägen des menschlichen Lebens - das ist die Botschaft von Mahlers 4. Symphonie.
Es spielt das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

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