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Donnerstag, 09.11.2017

20:03 bis 22:00 Uhr

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Clemens Schuldt | Bildquelle: Sammy Hart

Bildquelle: Sammy Hart

Kammerkonzert

Münchener Kammerorchester: Clemens Schuldt

Seine zweite Saison beim Münchener Kammerorchester hat Chefdirigent Clemens Schuldt unter das urmusikalische Motto "Wandern" gestellt. Der romantische Topos erschließt ein weites Assoziationsfeld, das von der Natur-Sehnsucht bis zur aktuellen Flüchtlingskrise reicht, von Alltags-Flucht bis zum erzwungenen Auswandern. Programmatisch rahmte Schuldt das Eröffnungskonzert vom 19. Oktober 2017 mit Werken des französischen Exilanten Iannis Xenakis und des innerlich heimatlosen Franz Schubert. Für eine Aufführung der griechischen Tragödie des Aischylos "Hiketides - Die Schutzflehenden" schrieb Xenakis 1964 eine Bühnenmusik, die mit kompromissloser Härte vom Schicksal der Protagonistinnen kündet. Und Schuberts Großer C-Dur-Symphonie ist wie vielen Werken des Komponisten ein schreitender Duktus geradezu einkomponiert, man denke nur an seine Liederzyklen. Wie es schon schöne Tradition beim Münchener Kammerorchester ist, bereicherte eine Uraufführung von Jörg Widmann das ambitionierte Programm. Sein Auftragswerk für Streicher und Vokalquintett sollte, wie Widmann versprach, durchaus humorvolle Züge tragen. Und dass die fünf Herren des Leipziger Ensembles Amarcord auch klassische Vokalpolyphonie meisterhaft beherrschen, bewiesen sie zudem mit Madrigalen des kühnen Renaissance-Fürsten Carlo Gesualdo da Venosa.

Ensemble Amarcord
Iannis Xenakis: "Hiketides"; Carlos Gesualdo da Venosa: Madrigale; Jörg Widmann: Auftragswerk (Uraufführung); Franz Schubert: Symphonie Nr. 8 C-Dur
Aufnahme vom 19. Oktober 2017 im Münchner Prinzregententheater

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