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Dienstag, 12.12.2017

20:03 bis 22:00 Uhr

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Olivier Messiaen | Bildquelle: Wikimedia Commons, lizenziert unter GNU-Lizenz für freie Dokumentation

Bildquelle: Wikimedia Commons, lizenziert unter GNU-Lizenz für freie Dokumentation

Interpretationen im Vergleich

Olivier Messiaen: "Turangalîla-Symphonie"

Ein Werk - zahlreiche ältere und neuere Einspielungen von großen Interpreten nebeneinander gestellt – einmal im Monat, dienstags ab 20.03 Uhr

Sie ist ein Werk der Gegensätze und Kontraste: Die "Turangalîla-Symphonie" von Olivier Messiaen umfasst eine ganze Welt, von der zarten Schönheit der Blume bis zum mechanischen Uhrwerk der kosmischen Sphärenharmonie, von der sinnlichen Ekstase bis zur spirituellen Liebe, von der streng kalkulierten Konstruktion bis zum knallbunten Kitsch. Schon der Name "Turangalîla" klingt wie ein märchenhaftes Versprechen. Das Sanskritwort bedeutet die verrinnende Zeit und das Spiel von Leben und Tod, das Lied der Liebe und die Hymne auf die Freude. Und so gibt es in jedem der zehn Sätze etwas anderes zu entdecken: unheilvolle mexikanische Statuen, angreifende rhythmische Persönlichkeiten und sogar einen Garten des Liebesschlafs. Leonard Bernstein hat 1949 die Uraufführung dieses 80-minütigen Werks dirigiert, das vielleicht gar keine richtige Symphonie ist, sondern ein heimliches Klavierkonzert, eine Liebeserklärung auch an die junge Pianistin der Uraufführung, die später Messiaens Frau werden sollte, Yvonne Loriod. Inzwischen ist die "Turangalîla-Sinfonie" trotz ihrer üppigen Besetzung, die auch ein halbes Gamelan-Ensemble und ein seltsames Instrument aus der Frühzeit der Elektronik, die "Ondes Martenot", einschließt, zum Repertoirestück geworden. Dirigenten wie Riccardo Chailly, Simon Rattle, Kent Nagano, Seiji Ozawa oder Esa-Pekka Salonen haben das Werk eingespielt. Thorsten Preuß stellt neue und historische Aufnahmen vor.

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