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Samstag, 10.02.2018

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Zwiefacher als immaterielles Kulturerbe | Bildquelle: Bezirk Niederbayern

Bildquelle: Bezirk Niederbayern

"Zwiefacher" Musik der Welt

Warum einfach, wenn's zwiefach auch geht?

Fremde Länder, fremde Klänge in Features, Reportagen und Interviews. Ein internationales Autoren-Team präsentiert Musik rund um den Globus, vom Porträt bis zum Konzertmitschnitt.

Carl Orff tat es - und Leonard Bernstein, Bela Bartok taten es - die und Dave Brubeck ebenfalls. Unzählige Musiker und Tänzer weltweit könnten nicht auskommen ohne das Musizieren in ungeraden Rhythmen: 7/8, 13/8, 5/4. Ungerade Rhythmen würzen das Treiben auf bayerischen Tanzböden: Der Zwiefache wurde immerhin in die UNESCO-Liste als immaterielles Kulturerbe aufgenommen. Was Bayern sehr in die Nähe des Balkan rückt. Denn Bulgarien, Mazedonien, die Türkei und Griechenland sind die europäischen Kerngebiete der ungeraden Takte. In der Karibik und in Lateinamerika spielen diese Rhythmen eine ganz besondere Rolle: Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit spirituellen Zeremonien, wie sie in der zentralafrikanischen Kultur abgehalten werden. Die „ungeraden“ sind also nicht nur Gaudi und sie werden sogar - beispielsweise von Maurizio Kagel - politisch eingesetzt. Denn wer kann schon im ungeraden Takt in den Krieg marschieren?

Zwiefache Tänze und ungerade Rhythmen zwischen Bayern und Bulgarien
Von Ulrike Zöller

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