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Montag, 22.04.2019

20:05 bis 22:00 Uhr

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Originalgemälde "Die Auferstehung" von Bartolomé Esteban Perez Murillo  | Bildquelle: picture alliance / Heritage-Images

Bildquelle: picture alliance / Heritage-Images

Sinfoniekonzert des Bayerischen Landesjugendorchesters

Schon seit über 40 Jahren treffen sich junge Musikerinnen und Musiker des Bayerischen Landesjugendorchesters (BLJO) dreimal im Jahr in den Schulferien und studieren zusammen ein neues Werk ein. Dabei werden sie von Profis des Symphonieorchesters und des Chors des Bayerischen Rundfunks unterstützt. Neben gemeinsamen Arbeitsphasen und Konzerten mit Gastdirigenten stehen die Profis dem Nachwuchs als Dozenten und Mentoren zur Seite.
Zwischen den Jahren, in den Weihnachtsferien 2018/2019, erarbeiteten alle zusammen ein richtiges Mammutwerk: Mahlers 2. - die "Auferstehungssymphonie". Insgesamt 115 Instrumentalisten und knapp 80 Sänger vom Bayerischen Landesjungendchor für ganze 90 Minuten Aufführungsdauer. Vor den Proben war dem BLJO-Projektleiter Andreas Burger wegen des anspruchsvollen Werks noch etwas flau im Magen. Im Nachhinein war er aber froh über die mutige Wahl. Für diese Symphonie hatte er so viele Anmeldungen von jungen Musikerinnen und Musikern bekommen wie nie zuvor. Und nach der Arbeitsphase, kurz vor den Konzerten, sagten alle Dozenten einstimmig: "Es wird zum Sterben schön!".
Nach Fertigstellung seiner 2. Symphonie schrieb Gustav Mahler an einen Freund: "Melde hiermit die glückliche Ankunft eines gesunden, kräftigen, letzten Satzes der II. Vater und Kind befinden sich den Umständen angemessen: letzteres ist noch nicht außer Gefahr.“ Das war im Jahr 1894 als Mahler schon sechs Jahre an seinem großen Werk gebastelt hat. Die ganze Welt als ein gewaltiges Klangereignis darstellen - das dauert eben seine Zeit und raubt viel Schlaf. Die Arbeit am ersten Satz der Symphonie - der sogenannten Totenfeier - hat Mahler so sehr beschäftigt, dass er nachts von seinem eigene Begräbnis geträumt hatte. Kein Wunder bei der Story: Es geht um den Kampf eines gefallenen Helden mit dem Leben und seinem Schicksal. Doch auch die zarten Momente des Lebens kommen nicht zu kurz und dann: der hoffnungsvolle Glaube an das Leben nach dem Tod und der Blick ins Jenseits.
Zwar hat Mahler erst einige Jahre später ein Programm zur Symphonie verfasst. Doch die emotionale Achterbahn in der Musik ist nicht zu überhören und trifft einen mit voller Wucht. Scheppernde Ausbrüche folgen auf zarte Streichermelodien, Choräle treffen auf Volksweisen, Gesang und Instrumentales stehen nebeneinander. Die Musik klingt mal ganz theatralisch, dann wieder schlicht, in sich zurückgezogen. Gustav Mahler zieht alle Register, wenn es darum geht, die ganze Welt in Klang zu übersetzen.

Bayerischer Landesjugendchor
Mit Unterstützung durch Mitglieder des Symphonieorchesters und des Chors des Bayerischen Rundfunks
Leitung: Jonathan Nott
Solistinnen: Juliane Banse, Sopran; Lioba Braun, Mezzosopran
Gustav Mahler: Symphonie Nr. 2 c-Moll - "Auferstehungssymphonie"
Aufnahme vom 7. Januar 2019 in der Philharmonie im Münchner Gasteig

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