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Freitag, 28.02.2020

20:05 bis 22:00 Uhr

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Der Dirigent Thomas Adès | Bildquelle: © Brian Voce

Bildquelle: © Brian Voce

Live aus dem Herkulessaal der Münchner Residenz - Surround Konzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks

Leitung: Thomas Adès

Wenn das britische Multitalent Thomas Adès ans Pult tritt und ein eigenes Werk dirigiert, muss niemand Angst vor sperriger zeitgenössischer Musik haben. Adès, 1971 in London geboren, ist als Komponist, Pianist, Dirigent und Pädagoge ein Star der englischen Musikszene - Simon Rattle dirigiert seine Werke, Opern von Adès wurden an Covent Garden und bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt. Für sein Debüt beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks hat Adès sein neues Klavierkonzert nach München mitgebracht, das wie bei der Bostoner Uraufführung vor einem Jahr der russische Pianist Kirill Gerstein in die Tasten hämmert - und zaubert. Gerstein bescheinigt dem effektvollen Werk mit seinen jazzigen Rhythmen und seinen Anklängen an Ravel oder Prokofjew hohen Unterhaltungswert. Genau das bietet Benjamin Brittens "Suite über englische Volksweisen" nicht - im Gegenteil, mit seiner ins Düstere, Herbe und Elegische verzerrten Folklore hat der bereits todkranke Komponist eine Art Abschiedswerk vorgelegt. Sein spannendes Programm rahmt Adès mit zwei Erfolgswerken von Leoš Janáček ein. Die Ballade "Des Spielmanns Kind" ist eine bittere Anklage gegen soziales Elend, die freilich Hoffnung auf Erlösung birgt. Und in seiner patriotischen "Sinfonietta" setzte Janáček nicht nur der Stadt seiner Jugend, Brünn, ein glanzvolles Denkmal - er feierte darin vor allem die endlich errungene Freiheit der tschechischen Nation!

Solist: Kirill Gerstein, Klavier
Leoš Janáček: "Des Spielmanns Kind"; Thomas Adès: Klavierkonzert; Benjamin Britten: "A time there was ...", op. 90; Leoš Janáček: "Sinfonietta"

Dazwischen:
PausenZeichen
Falk Häfner im Gespräch mit Kirill Gerstein und Thomas Adès

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